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Bodenschonende Baumaßnahmen

Bei der Umsetzung von Baumaßnahmen bringt es für die spätere Nutzung deutliche Vorteile, wenn Maßnahmen zum Bodenschutz frühzeitig berücksichtigt werden.

Planierraupe © S. Lazar

Flexible Zeitplanung - Bodenfeuchte beachten

Werden Böden in nassem Zustand befahren, bearbeitet oder abgetragen, ist eine langfristige Verdichtung mit nachfolgender Staunässe unvermeidlich. Mit abnehmendem Wassergehalt nimmt die Stabilität und die Tragfähigkeit des Bodens stark zu. Trockene Böden können daher relativ hohe Druckbelastungen aushalten. Die Bearbeitung von Böden sollte sich daher an der Bodenfeuchte orientieren (vgl. DIN 19731 und DIN 18915).
Idealerweise sollten die Erdarbeiten bei längeren Niederschlägen unterbrochen wer-den und Zeit zum Abtrocknen des Bodens eingeplant werden. Um dies zu realisieren, ist eine frühzeitige und flexible Zeitplanung mit ausreichenden Pufferzeiten notwendig. So lassen sich Termine auch bei schlechten Wetterbedingungen leichter einhalten.

© S. Lazar

Tipps

Bei der Abstimmung des Zeitpunkts für Erdarbeiten – wie z.B. Abtrag, Umlagerung und Wiedereinbau – sollte die Witterung und die Bodenfeuchte beachtet werden.
Der Termin für die Umsetzung und die Auswahl der Arbeiten sollte davon abhängig gemacht werden.
Schlechtwetterphasen sollten einkalkuliert und alternative Arbeiten eingeplant werden.
Damit die Umsetzung der geplanten Bodenschutzmaßnahmen sichergestellt wird, müssen sie in der Ausschreibung berücksichtigt werden. Die eventuell höheren Preise rechnen sich spätestens bei der Anlage des Gartens.
DIN 19731 und DIN 18915 geben Anhaltspunkte, wann Böden für die Umlagerung geeignet sind. Sie legt auch fest, dass der Feuchtezustand des Bodens bei den Bauarbeiten zu beachten ist. Nach nassen Witterungsperioden müssen die Böden ausreichend abgetrocket sein.
Verweisen Sie auf die Einhaltung der DIN-Vorschriften in der Ausschreibung.

© S. Lazar

Rollversuch nach DIN 18915

Aus einer Bodenprobe sind die größeren Körner (> 2 mm) zu entfernen, um mit dem Feinboden eine ca. walnussgroße Teilprobe kneten. Diese wird gleichmäßig zu einer dünnen Bodenwalze ausgerollt, bis die Walze in ein-zelne Abschnitte zerbricht oder zerbröcktelt.
- Zerbröckelt oder zerbricht die Bodenwalze bei einem Durchmesser > 8 mm, kann der Boden bearbeitet werden.
- Lässt sich der Boden zu einer Walze von weniger als 3 mm Durch-messer ausrollen, ist der Boden nur mit erheblichen GEfügestörun-gen zu bearbeiten.
- Zerbricht oder zerbröckelt die Bodenwalze bei einem Durchmesser zwischen 3 und 8 mm, liegen Zweifelsfälle vor. Entscheidungshilfen können aus Wiederholungen dieses Versuchs oder Beobachtungen bei einem Bearbeitungsversuch in der vorgesehen Bearbeitungstie-fe gewonnen werden.

© S. Lazar

Bei größeren Bauvorhaben

Bei größeren Bauvorhaben sollte die Bodenfeuchte mit Hilfe eines Tensiometers gemessen werden. Dieses Messgerät ermittelt die Saugspannung des Bodenwassers in der Einheit hPa (Hektopascal). Der Wert ist umso höher, je trockener der Boden ist.
Es gibt Empfehlungen für den Einsatz von Baufahrzeugen, die auch vertraglich festgehalten werden können. Zu beachten: Bei Böden mit einem Tonanteil >30% ist ein Zuschlag vorzunehmen.
Bodenfeuchte < 100 hPa – Boden ist sehr nass: Befahren der Baustelle nur auf befestigten Pisten. Erdarbeiten wie Bodenumlagerung und Abtrag sollten eingestellt werden.
Bodenfeuchte 100 – 150 hPa – Boden ist feucht: Befahren von gewachsenem Boden nur auf Baggermatratzen bzw. Kiespisten mit Raupenfahrzeugen. Erdbewegungen sind von Baggermatratzen und Baupisten aus erlaubt.
Bodenfeuchte 150 – 250 hPa: Boden ist feucht bis abgetrocknet: Befahren von gewachsenen Böden und Durchführen von Erdarbeiten sind in Abhängigkeit von Ma-schinengewicht, Kontaktflächendruck und Bodenart möglich.
Raupenfahrzeugen sollten eingesetzt werden.
Bodenfeuchte > 250 hPa – Boden ist trocken: Bearbeiten und Befahren des Bodens ist auch mit Radfahrzeugen möglich.

© S. Lazar

Bodenart bestimmen

Schwere, bindige Böden mit einem hohen Tonanteil lassen sich besonders leicht plastisch verformen. Schluffböden neigen zur Verschlämmung. Beide reagieren daher sehr empfindlich auf Druck und neigen bereits bei geringem Druck zu Staunässe.
Bei tonigen und schluffige Böden sollte daher besonders darauf geachtet werden, dass sie im trockenen Zustand befahren werden. Leichte Böden mit einem hohen Sandanteil besitzen eine höhere Stabilität.

© S. Lazar

Baustraßen und Lagerflächen

Das Befahren von ungeschütztem Oberboden oder abgelagertem Boden ist zu vermeiden. Um dies zu erreichen, muss die Baustellenerschließung sinnvoll geplant werden.
Tipps:
Lassen Sie sich einen verbindlichen Baustellenerschließungsplan mit den künftigen Baustraßen, der Eingriffsfläche und der Ausführung, wie die Fahrstraßen angelegt werden, geben. Kontrollieren Sie die Durchführung.
Lassen Sie im Baustellenerschließungsplan Flächen ausweisen, auf denen Oberbo-den- und Unterbodenmaterial sowie Baumaschinen, Baustoffe, etc. gelagert werden. Es sind ausreichend große Lagerplätze für Maschinen, Baustoffe und Oberbodenmaterial einzuplanen.
Der Boden auf den Lager- und Arbeitsflächen muss vor möglichen Einträgen durch auslaufende Flüssigkeiten (Öle, Treib- und Schmiermittel) oder Baumaterialien wie ungebundener Zement oder frischer Beton sowie Abfälle geschützt werden (z.B. Lagerung von Tanks in dichten Auffangwannen).
Zu beachten ist auch eine ausreichende Entwässerung der Lagerbereiche. Über eine Einleitung von Baustellenabwässern entscheidet bei größeren Maßnahmen die Untere Wasserbehörde.

© Mago

Eingriffsfläche begrenzen

Bei größeren Bauvorhaben bzw. ausreichend großen Grundstücken ist eine Reduzierung der Eingriffsfläche hilfreich, um Böden zu schützen. Planen Sie realistische Tabuflächen ein, die in der Bauphase nicht befahren oder als Lagerplatz für Material und Maschinen genutzt werden. Wichtig ist hier die Abgrenzung durch einen Bauzaun und die Kontrolle, dass dieser nicht geöffnet wird.
Beim Anlegen von Baustraßen ist darauf zu achten, dass natürliches Material (z.B. Gestein oder Kies) und nicht Bauschutt oder Straßenaufbruch verwendet wird, da diese später wieder zurückgebaut werden. Das Material kann für die spätere Anlage (z.B. eine Garagenzufahrt) weiterverwendet werden. Dadurch ist eine zeitliche Flexibilität gegeben. Fahrstraßen sollten nur bei trockenem Wetter und auf abgetrockneten Böden angelegt werden. Bei Anlegen der Baustraßen kann auch zugelassenes Recycling-Material verwendet werden, wenn eine Abgrenzung nach unten durch eine Textilschicht eingebaut wird.
Im Hochbau, v.a. beim Errichten von Wohnhäusern mit beengten Platzverhältnissen und dem kleinräumigen Einsatz von Baufahrzeugen und Material kann der Boden meist nicht über Baggermatratzen geschont werden.

© S. Lazar

Baggermatten einsetzen

Im Hochbau, v.a. beim Errichten von Wohnhäusern mit beengten Platzverhältnissen und dem kleinräumigen Einsatz von Baufahrzeugen und Material kann der Boden meist nicht über Baggermatten geschont werden. In diesem Fall ist es sinnvoller, den Oberboden und einen Teil des Unterbodens außerhalb umzäunter Tabuflächen fachgerecht abzutragen und zwischenzulagern.
Für Flächen, die – z.B. beim Bau von Leitungen – nur in geringer Frequenz befahren werden, bietet der Einsatz von Baggermatten einen guten Schutz gegen Verdichtung. Diese werden direkt auf den Oberboden aufgebracht, da der Oberboden in der Regel aufgrund der organischen Substanz eine höhere Stabilität als der Unterboden besitzt. Der meist feuchte Unterboden neigt hierbei stärker zur Verdichtung als der Oberboden.