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Was tun gegen Flächenverbrauch?

Zukunftsfähige Stadtplanung und Bodenmanagement.

© S. Lazar

Potentiale den hohen Flächenverbrauch einzudämmen

Maßnahmen zur Reduzierung des Flächenverbrauchs sind in einem Bündel aus ordnungsrechtlichen, ökonomischen Maßnahmen und Bewusstseinsbildung zu suchen. Unsere Gesellschaft differenziert sich zunehmend aus, also brauchen wir differenzierte Angebote, qualitative Flächeninanspruchnahme statt Masse. Wichtig sind:
Eine Umkehr der Förderpolitik weg vom Neubau hin zur Bestandserneuerung.
Die effiziente Nutzung vorhandener Siedlungsstrukturen unter Nutzung von Kosteneinsparpotenzialen; d.h. (Wieder-) nutzung des Bestands vor Neubau, Innenentwicklung vor Außenentwicklung; Nutzung von Gebäudemanagement zur Ausschöpfung von Flächenpotenzialen.

© S. Lazar

Weitere Maßnahmen

Wichtig ist auch die Förderung von flächensparenden Baumethoden und die optimale Nutzung der urbaner Dichte. Dies kann erreicht werden, durch Erweiterung der vorhandenen Nutzungspotentiale ohne zusätzliche Inanspruchnahme von Bodenflächen; den Ausbau von Dachgeschossen, die Aufstockung von Gebäuden sowie durch Nachverdichtung.

Von Bedeutung ist das Betreiben einer aktiven Bodenpolitik unter Einschluss innovativer rechtlicher und ökonomischer Instrumente zur Sicherung einer nachhaltigen Bodennutzung mit verstärkter Kooperation von Städten und ihren Randgebieten.

Und last but not least: Notwendig ist die Reduzierung bzw. Lenkung des Bedarfes und der Nachfrage in flächenverträglichere Siedlungsformen, so dass Familien gerne in den Städten wohnen, anstelle vom Reihenhäuschen im Grünen.

© S. Lazar

Regionale Unterschiede

Wenn Maßnahmen regional unterschiedlich ausgestaltet werden sollten, dann müssten doch für Ost- und Westdeutschland unterschiedliche Modelle zur Reduzierung des Flächenverbrauchs entwickelt werden, oder?
Genau: im Osten geht es schlicht darum, den hohen Leerstand in den Innenstädten zurückzuführen, die teilweise extremen Überkapazitäten an Flächenausweisungen zurückzubauen, und möglichst viele Brachflächen zu revitalisieren. Dazu dient auch das Programm "Stadtumbau Ost".
Im Westen wird es eher darum gehen, Bauland so zu mobilisieren, dass stadtnahes Wohnen und Arbeiten wieder erschwinglicher wird und die - demographisch - ohnehin zurückgehende Nachfrage nach neuem Bauland aus dem Bestand zu decken und dabei die Innenstädte zu revitalisieren.

© S. Lazar

Flächen "sparen" heißt die Devise

Es gibt eine vielfältige Instrumentenpalette die man nutzen kann. Drei Ansätze einer ressourcenschonenden Flächennutzung sind:
Wiedernutzung: Immer mehr Leerstand, untergenutzte Räumlichkeiten und städtebauliche Brachen bieten sich für ein facettenreiches "Recycling" an. Schon heute gibt es mehr Potenzial im Bestand als jährlich an neuer Siedlungs- und Verkehrsfläche verbraucht wird.
Regionales Flächenmanagement: Die Kommunen müssen verstärkt zu verstärkter Zusammenarbeit gebracht werden, und die Bereitschaft dazu auch aus Eigeninteresse wächst.
Steuerreform und Förderpolitik: Es steht immer noch die Reform der Grundsteuer weg vom Einheitswert als Bemessungsgrundlage hin in Richtung Verkehrswert. Erfolgversprechender aber dürfte eine Umkehr der Förderpolitik vom Neubau in den Bestand sein. Dazu zählen etwa Städtebauförderungspolitik und Revitalisierungsprogramme oder die kontrovers diskutierte Eigenheimzulage. Von einer Umgestaltung der Entfernungspauschale mit degressiver Staffelung ("je länger je weniger") würden erheblich Sparpotenziale ausgehen.

© S. Lazar

Bevölkerungsrückgang

Demographische Veränderungen bieten ebenfalls Ansatzpunkte für ein Flächenmanamgenet: von der demographischen Alterung und Ausdifferenzierung der Gesellschaft kann eine Rückbewegung auf dezentrale, aber verdichtete Standorte iniitiert werden, für die ein entsprechendes attraktives städtebauliches Angebot geschaffen werden sollte.

Hierzu zählen auch Angebote zum altersgerechten Wohnen oder für Modelle, mit dene Familien in der Stadt bleiben können und wollen. Hierfür kann geworben werden, denn Veränderungen beginnt zunächst im Kopf.

Unterstützt wird dies durch eine Gegenrechnung der Infrastukturkosten: Die steigenden Kosten für Ausbau und Pflege der Infrastruktur (Wasseranschluss, Kanäle etc.) könnten konzentrierte statt disperse Standorte fördern.

© S. Lazar

Weitere Informationen beim BBSR

Weitere Informationen erhalten Sie beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Dort werden u.a. Modellvorhaben und innovative Maßnahmen in wichtigen städtebaulichen Forschungsfeldern vorgestellt.