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Kippenboden ist Boden des Jahres 2019

Der Kippenboden ist Boden des Jahres 2019.

In Deutschland wird seit 2005 jährlich ein Boden des Jahres gekürt. So werden die Böden stärker in das Augenmerk der Öffentlichkeit gerückt. Der Freistaat Sachsen hat die Schirmherrschaft für den Boden des Jahres 2019 übernommen.

Am 4. Dezember 2018 fand der offizielle Auftakt zu zahlreichen Veranstaltungen mit einer Festveranstaltung in der Vertretung des Freistaates Sachen beim Bund in Berlin statt.

Der sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Thomas Schmidt gab gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Kuratoriums "Boden des Jahres", Dr. Gerhard Milbert den "Kippenboden" als den Boden des Jahres 2019 bekannt.
Thomas Schmidt betonte in seiner Begrüßung die große Bedeutung des Kippenbodens für Sachsen. Er macht immerhin drei Prozent der Landesfläche aus. Die Braunkohlesanierung mit planmäßiger Rekultivierung und Renaturierung ist hierbei eine Erfolgsgeschichte, so der Minister. Sie zeige, dass sich selbst nach schwerwiegenden Umwelteingriffen in einem dichtbesiedelten Industrieland neue Entwicklungschancen für Natur und Landschaft eröffnen.
Dr. Milbert vom Kuratorium Boden des Jahres ging auf die Geschichte und den Hintergrund der Wahl Boden des Jahres ein und gab einen Überblick über die geplanten Veranstaltungen.

Der Kippenboden wurde vom Kuratorium Boden des Jahres gewählt, um darauf aufmerksam zu machen, dass dieser Boden eine zentrale Rolle bei der Wiederherstellung der vom Bergbau hinterlassenen Flächen hat.
Kippenböden sind junge Böden, die sich innerhalb von Jahrzehnten in Bergbaufolgelandschaften entwickelt haben. Sie entstehen aus verkipptem Abraum. Sie sind besonders in den großen Braunkohletagebau-Revieren verbreitet. In der deutschen Bodenklassifikation zählen diese Böden zur Klasse der Terrestrischen Rohböden und zur Klasse der Ah/C-Böden. Die verbreiteten Kipp-Regosole sind aus carbonatfreiem bis carbonatarmem Lockermaterial hervorgegangen. International (WRB) sind sie den Regosols zugeordnet, oder wenn stark sandig, den Arenosols.

[Textquelle: © Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL)]

„Boden des Jahres“ ist eine gemeinsame Aktion der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft, dem Bundesverband Boden und dem Ingenieurtechnischen Verband Altlasten und Flächenmanagement. Die Aktion wird vom Umweltbundesamt unterstützt.

Dienstag, 11. Dezember 2018