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Podsol - typisch für Heidelandschaften und Nadelwälder?

Podsole sind farbenprächtige Böden. Meist entstehen sie auf sauren Ausgangsgesteinen wie Buntsandstein, Granit oder auf Flugsanden.

© Boess (m.f.G. des NLfB)

Wie gezeichnet

Charakteristisch für den Podsol ist ein ausgebleichter, aschgrauer Horizont, aus dem wichtige Nährstoffe ausgewaschen wurden. Die ausgewaschenen Stoffe reichern sich im Unterboden an. Dabei hebt sich die eisenhaltige, schwarze Schicht, der sogenannte Ortstein-Horizont, kontrastreich von dem darunter liegenden ockerbraunen Anreicherungshorizont ab.

© C. Borrmann

Warum werden die Nährstoffe ausgewaschen?

Die Verlagerung der dunklen Huminstoffe wird durch eine Versauerung des Bodens ermöglicht. Sinkt der pH-Wert eines Bodens in einen sehr sauren Bereich, werden Verbindungen zwischen Nährstoffen und größeren Bodenteilchen aufgelöst. Kleinere Teilchen können dann leicht mit dem Sickerwasser in tiefere Schichten verlagert werden. Die wellenförmigen Ortsteinzapfen entstehen dabei durch eine verstärkte Sickerwasserbewegung, z.B. in alten Wurzelröhren.

© C. Borrmann

Die Ortsteinschicht als Hindernis

Die Ortsteinschicht kann im Laufe der Zeit durch die Eiseneinlagerungen so undurchlässig werden, dass sie selbst für Baumwurzeln ein Hindernis bildet.

© S. Lazar

Der Podsol ist ein saurer Boden

Auf dem Podsol gedeihen meist nur Pflanzen, die sauren Boden lieben. Im Garten sind dies Rhododendren und Azaleen, in der freien Natur entstehen jedoch vor allem Heidekraut und Nadelwälder. Viele andere Pflanzen zeigen hierbei Säureschäden.

© S. Lazar

Was kam zuerst - der Boden oder die Vegetation?

Wie bei Henne und Ei besteht eine Wechselwirkung zwischen Boden und Vegetation. Allerdings gibt das Ausgangsgestein bestimmte Bodeneigenschaften vor. So entstehen Podsole vorwiegend auf kalkarmen Gesteinen. Diese 'sauren' Gesteine können Granite, Gneise oder Sandsteine sein, wie sie vor allem in den Mittelgebirgen des Harz, des Erzgebirges oder im Schwarzwald vorkommen.

© C. Korff

Aufforstung der Mittelgebirge

Um 1800 wurden die gerodeten und zuvor mit Laubbäumen bewachsenen Flächen in den Mittelgebirgen mit Nadelbäumen aufgeforstet. Da bei der Zersetzung der Nadeln Säuren entstehen, wird der Boden zunehmend saurer. Damit verschlechtern sich die Lebensbedingungen für die Bodenorganismen, die ein saures Bodenmilieu tendenziell meiden. Da die Bodenbewohner für die Zersetzung der Streu und Freisetzung von Nährstoffen verantwortlich sind, verstärken sich die beschriebenen Prozesse: Der Boden wird saurer und nährstoffärmer. Eine einmal eingetretende Podsolierung kann durch die ständige Zugabe von Dünger und Kalk teilweise ausgeglichen, nicht jedoch rückgängig gemacht werden.

© S. Lazar

Veränderung durch den Menschen

Die Aufforstung der Mittelgebirge mit Nadelhölzern zeigt, dass die Nutzung des Bodens durch den Menschen eine wesentliche Rolle für die weitere Bodenentwicklung spielt. Teilweise versauert der Boden erst durch die Aufforstung mit Fichten. So können unter Mischwäldern auch auf sauren Ausgangsgesteinen weiterhin relativ gute Böden wie die Braunerde bestehen, weil bei der Zersetzung von Laubstreu anders als beim Abbau der Nadelauflage kaum zusätzliche Säure entsteht. Mehr über die Unterschiede zwischen Laubstreu und Nadelstreu Von der Streu zum Humus

© P. Meyer

Kulturlandschaft Heide

Insbesondere durch die landwirtschaftliche Nutzung kann der Boden so weit an Nährstoffen verarmen, dass eine Podsolierung eintritt und schließlich eine Heidelandschaft entsteht. So sind viele - heute unter Naturschutz stehenden - Heiden erst durch den Menschen geschaffen worden.

© S. Lazar

Waldschäden

Einen besonders starken Einfluss hat der Mensch auf den Boden durch die Freisetzung von Schadstoffen und Abgasen. So entsteht z.B. durch die Emission von Schwefeldioxid und Stickstoffoxiden säurehaltiger Regen, der nicht nur die Podsolierung von Böden befördert, sondern neben anderen Faktoren als Ursache großflächiger Waldschäden gilt.

© S. Lazar

Sind Bäume empfindlicher als Menschen?

Warum werden Bäume durch den sauren Regen überhaupt geschädigt? Schäden an Bäumen entstehen zum einen dadurch, dass Nadeln oder Blätter, die dem Niederschlag ständig ausgesetzt sind, durch die Säure angegriffen werden. Wesentlich ist zum anderen eine Versauerung des Boden. Die Säure löst toxisch wirkende Metalle wie Aluminium oder Cadmium im Boden und schädigt dadurch die Wurzeln der Pflanzen. Andere lebenswichtige Nährstoffe wie Calcium oder Magnesium werden dagegen leichter ins Grundwasser ausgewaschen, so dass sie der Pflanze nicht mehr zur Verfügung stehen. Ein Nährstoffmangel tritt ein. Die Bäume werden dabei oftmals anfälliger gegenüber Schädlingen oder Stress-Situationen wie Trockenheit, denen sie in "gut ernährtem Zustand" eher widerstehen können.