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Zukunftsentwicklungen

Die Nachfrage nach individuell nutzbarem Wohnraum ist weiterhin hoch.

Nachfrage hält an

Die Flächennachfrage nach individuell nutzbarem Wohnraum wird weiter anhalten. Doch ist es ein weit verbreiteter Irrtum, dass beim Zuwachs nur die Verkehrs- und die Wohnflächen die großen "Flächenfresser" sind. Auch der großflächige Einzelhandel und ausgedehnte Gewerbegebiete tragen zum Flächenverbrauch bei. Auch neuausgewiesene Erholungsflächen können hier zu Buche schlagen.

© Forum Vauban

Wird das Ziel 30 ha am Tag erreicht?

Die Tendenz stimmt. Aber kann man davon ausgehen, dass weniger als 30 Hektar pro Tag für Siedlungs- und Verkehrsflächen in Anspruch genommen werden? Oder dass, wie vermehrt gefordert, 0 Hektar pro Tag benötigt werden?

Kurz gesagt: Auch zukünftig ist davon auszugehen, dass ein zunehmendes Einkommen und billiges Benzin, also "die mobile Gesellschaft", die zunehmenden Freizeitaktivitäten, Hindernisse bei der Neunutzung von Baubestand, aber auch Subventionen für das Bauen auf der "Grünen Wiese" den Flächenverbrauch fördern werden. Darüber hinaus fordert auch der Bau von großflächigen Einzelhandelszentren, ausgedehnter Gewerbegebiete, neuer Handel- und Lagerstätten sowie der Bau neuer Verkehrsflächen seinen Tribut.

Es spricht somit viel dafür, dass der Flächenverbrauch auf einem hohen Niveau bleibt. Dabei sind die indirekten Folgen des Flächenwachstums mit Landschaftsfragmentierung, Zerschneidung, Verlärmung und die der Bodenzerstörung durch Rohstoffabbau und Altlasten sowie Hochwasserrisiken nicht zu unterschätzen.

© S. Lazar

Entwicklung in anderen Staaten

In anderen europäischen Staaten ist die Situation nicht besser als in Deutschland. Erwartungsgemäß liegen die USA weit an der Spitze, und der "urban sprawl" mit seinem "american way of life" unterliegt dort einer intensiven innenpolitischen Debatte. Nach den USA und dem dünnbesiedelten Nordeuropa sind das dichtbesiedelte Belgien Spitzenreiter in der pro Kopf Siedlungsflächeninanspruchnahme, gefolgt von Österreich, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Holland, und schließlich die südeuropäischen Länder, in denen aber in den letzten Jahrzehnten die Küstenzonen besonders stark versiegelt wurden.
Ein besonderes Problem stellt der Flächenverbrauch auch in den Talräumen der Alpenländer dar. Aber es gibt auch gute Beispiel in Europa: so hat England seinen Flächenverbrauch durch Recycling von Brachflächen reduzieren können.