Springe zu:

x

Fehler-Meldung

Deprecated function: The each() function is deprecated. This message will be suppressed on further calls in _taxonomy_menu_trails_menu_breadcrumb_alter() (Zeile 436 von /homepages/28/d66268712/htdocs/drupal/sites/all/modules/taxonomy_menu_trails/taxonomy_menu_trails.inc).

Wie entsteht Humus?

Eine Geschichte von Verwesern und Zersetzern.

© Archiv VHE NRW e.V.

Kreislauf

In der Natur gibt es keine Abfälle. Fallen im Herbst die Blätter von den Bäumen, sind sie Nahrungsgrundlage für Kleinstlebewesen und Mikroorganismen im Boden. Diese Bodenlebewesen schließen den Nährstoffkreislauf in der Natur. Ohne sie könnte der Stoffkreislauf nicht funktionieren und es wäre kein Pflanzenwachstum möglich.

Was sind die Ausgangsstoffe?

Die Ausgangsstoffe für Humus sind abgestorbene Pflanzen und tote Lebewesen aller Art. Die pflanzlichen Ausgangsstoffe enthalten Mineralstoffe, Kohlenhydrate (> 50%) und Lignin (10 - 40%). Die tierischen Ausgangsstoffe liefern das für den Aufbau von organischer Bodensubstanz besonders wichtige Eiweiß.

© P. Meyer, aid

Wer macht die ganze Arbeit?

Der Abbau von abgestorbener organischer Substanz verläuft auf und im Boden überwiegend biologisch. Die Bodenbewohner übernehmen im Wesentlichen diese Arbeit.

© Archiv VHE NRW e.V.

Bodenflora und -fauna

Die Bodenflora besteht z.B. aus Bakterien, Strahlenpilzen, Pilzen und Algen.

Bei der Bodenfauna finden sich zum Beispiel:
- Protozoen (z. B. Wurzelfüßer, Wimpertiere, Geißeltiere)
- Ringelwürmer (z. B. Regenwurm)
- Gliederfüßler (z. B. Asseln, Spinnentiere, Tausendfüßler, Milben, Insekten)
- Schnecken
- und Wirbeltiere (z. B. Maulwurf, Mäuse)

© S. Lazar

Bakterien und Pilze

Wenn ein abgestorbenes Blatt zu Boden fällt, wird es zunächst von unzähligen Organismen wie beispielsweise Springschwänzen und Asseln zerkleinert. Dadurch entstehen neue Besiedlungsmöglichkeiten für Bakterien und Pilze.

© S. Lazar

Humifizierung

Bis ein einziges Blatt wieder vollständig in Humus umgewandelt worden ist, wird es mehrfach gefressen. Was der Eine verdaut, ist für den Nächsten das gefundene Fressen. Kleinere und größere Bodenlebewesen sowie Mikroorganismen stehen in einer Wechselbeziehung miteinander. Das Ergebnis ist die Anreicherung von Huminstoffen in den oberen Bodenschichten. Der Prozess wird als Humifizierung bezeichnet und die im Boden enthaltenen Huminstoffe geben ihm seine charakteristische, dunkle Farbe.

© NUA, www.der-boden-lebt.nrw.de

Nährstoffe freisetzen

An Huminstoffe sind wiederum Mineral- und Nährstoffe gebunden, die für das Pflanzenwachstum nützlich sind. Durch die Bindung an die Huminstoffe sind sie meist nicht direkt für die Pflanzen verfügbar. Die Freisetzung erfolgt durch die Mineralisierung der organischen Substanz. Das heißt, es handelt es sich um den vollständigen Abbau durch Mikroorganismen zu CO2 und H2O, wobei gleichzeitig die Mineral- und Nährstoffe freigesetzt werden. Erst jetzt sind diese Nährstoffe - die ursprünglich in der toten organischen Substanz enthalten waren - wieder verfügbar für die Pflanzen und können über die Wurzeln aufgenommen werden.

© Archiv VHE NRW e.V.

Jeder Standort hat sein Gleichgewicht

Ändern sich Umgebungsfaktoren grundlegend und kann dies nicht durch die anderen kompensiert werden, hat das direkte Auswirkungen auf das Bodenleben. Von diesen Umgebungsfaktoren und der jeweiligen Nutzung eines Standortes hängen somit auch Gehalt und Qualität des Humus ab. Jeder Standort hat sein eigenes Gleichgewicht - oder kein Gleichgewicht. An natürlichen Standorten wird eher ein Gleichgewicht zwischen Stoffauf- und -abbau erreicht als an landwirtschaftlich genutzten Standorten. Grünlandböden haben zum Beispiel unter gleichen Standortbedingungen im Mittel einen höheren Humusgehalt wie Ackerböden. Je nach Art der Bodenbearbeitung findet durch die intensive Nutzung von Ackerstandorten meist eine schnellerer Abbau des Humus statt.