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Landwirtschaft morgen - Zukunft 2030

Lebensmittel für 8,5 Mrd. Menschen sind bereit zu stellen. Um das zu erreichen, müssen die Erträge gesteigert bzw. stabilisiert werden. Dabei müssen Ressourcen geschützt und die Umweltschäden aller Art reduziert werden. Die Tierhaltung muss artgerecht erfolgen. Für eine wirklich nachhaltige Landwirtschaft sind Innovationen, Kreativität, Know-how, Veränderungsbereitschaft und Engagement in der Landwirtschaft erforderlich. Zielgerichtete Forschung und besonders das Zusammenwirken von Landwirten, Naturschützern und Verbrauchern sind die Grundlagen einer nachhaltigen Landwirtschaft. Dazu entwickelt die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft Thesen

Wissen

Der Landwirt braucht eine fundierte, umfassende und praxisorientierte Ausbildung und muss sich als ehrbarer Unternehmer von seinem Berufsethos leiten lassen.
Innovationsbereitschaft, Erfindergeist, Forschungsfreiheit und angemessenes Risikomanagement sind wesentliche gesellschaftliche Voraussetzungen für eine nachhaltige Landwirtschaft. Die Erfahrungen werden von Generation zu Generation weiter gegeben. Die Digitalisierung stellt hohe Anforderungeen, erlaubt aber eine lückenlose Kontrolle und optimale Standortanpassung, in die der Bodenschutz integriert ist.

Können

Nährstoffüberschüsse, Artenrückgang, Klimawandel und Tierwohl sind dringend zu verändernde Schwerpunkte
Zielkonflikte in der Bodennutzung und der Tierhaltung können durch präzise Bodenuntersuchungen und Tierbeobachtung, eine. sorgfältige Tierbetreuung, sorgfältige Züchtung und innovative Bewirtschaftungssysteme vermindert werden.
Digitalisierung kann und muss für nachhaltige Pflanzenproduktion und Ressourcenschutz genutzt werden. Die Politikprogramme zur EU-Agrarpolitik, zum internationalen Agrarhandel und zum ländlichen Raum müssen auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz gerichtet sein und transparent gemacht werden.

Wollen

Im gesellschaftlichen Diskurs muss versucht werden, den Zielkonflikt zwischen Tier- und Umweltschutz und Ökonomie (den Erzeugerkosten angepasstes Preisniveau für landwirtschaftliche Erzeugnisse) aufzulösen.. Pflanzenbau muss mit Umwelt- und Naturschutz in Einklang gebracht werden – nicht gegeneinander sondern miteinander müssen Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt werden.
Landwirte müssen sich einer fairen und von allen Beteiligten respektvollen Auseinandersetzung mit der Gesellschaft durch Zuhören, realistische Selbsteinschätzung, sachliches Argumentieren und mutige Handlungsbereitschaft stellen. Die Verbraucher müssen lernen, die Landwirte als wichtigste Partner für eine gesunde und vielfältige Ernährung zu achten und ihre risikoreiche Arbeit anerkennen.

Landwirte als Artenschützer

Landwirtschaftlich genutzte Flächen sind Teil der Kulturlandschaften, die es zu erhalten gilt Dabei ist die Vielfalt der Strukturen ebenso wichtig wie der Erhaltungszustand der Landschaftselemente. Ein Kleingewässer kann artenarm oder artenreich sein. Dies hängt von der Intensität der Ackernutzung sowie der Nutzung der Randbereiche des Gewässers ab. Auch die Kombination von Strukturen ist von erheblicher Bedeutung. Der Neuntöter benötigt z.B. eine Kombination aus dichten Gehölzen für die Nistanlage und begleitende Offenlandstrukturen mit krautiger blütenreicher Vegetation als Jagdhabitat. Viele Insekten auf Ackerschlägen sind z.B. bei ihrer Fortpflanzung oder Überwinterung auf nicht beackerte Säume und Brachflächen angewiesen. Feldvögel wie Grauammer, Ortolan oder Braunkehlchen nutzen Gehölze als Sing- und Jagdwarten und als Nesthabitate. Feldgehölze dienen auch den Greifvögeln, wie z. B. Mäusebussard, Baumfalke, Waldohreule, Rotmilan) als Nistplatz. Kleingewässer innerhalb von landwirtschaftlichen Flächen weisen ihre eigene spezialisierte Fauna auf, wie z. B. Knoblauchkröte und Rotbauchunke.

Landwirte als Landschaftspfleger

Unentbehrlich ist die landwirtschaftliche Nutzung als Teil der Landschaftspflege. Ohne Landwirtschaft würde in ganz Mitteleuropa fast nur Wald wachsen, von wenigen Mooren oder Bergflächen abgesehen. Mit Beginn von Ackerbau und Viehzucht in Mitteleuropa vor etwa 7.000 Jahren haben unsere Vorfahren die Landschaft nachhaltig verändert. Lichte Landschaftstypen wie Wiesen und Weiden, Heiden und Äcker sind entstanden. In dieser von Landwirten geschaffenen Kulturlandschaft blühten unzählige neue Pflanzenarten auf. Wo Kräuter, Gräser und Sträucher Wurzeln schlugen, fassten auch neue Tierarten Fuß. Beispielsweise konnten sich im Acker Feldlerche und Hamster, Rebhuhn und Fasan ansiedeln. Daher brauchen wir die landwirtschaftliche Nutzung, um unsere Landschaft offen und vielfältig zu halten. Schafe sorgen dafür, dass die Offenflächen nicht verbuschen. Weidende Kühe erhalten Streuobstwiesen, buntblühende Magerrasen und Wacholderheiden, neben Getreide-, Kartoffel- oder Leguminosenfeldern wertvolle Lebensräume für Flora und Fauna. Nur so bewahren wir Menschen unser vertrautes Identität stiftendendes Landschaftsbild.

Landwirte müssen informieren

Das Bio-Siegel ist ein Güte- und Prüfsiegel, das dem Verbraucher Klarheit verschafft, dass die Produkte aus ökologischer Landwirtschaft stammen und festgelegte Standards und Auflagen eingehalten werden. Für den Landwirt werden Anreize geschaffen, und es ist ein effektives Marketinginstrument, da es einen hohen Bekanntheitsgrad und Vertrauensvorsprung genießt. Daneben gibt es mehrere spezielle Ökosiegel. Die Produkte der Konventionellen Landwirtschaft werden langsam aber zunehmeend mit Herkunft und Regionalität gekennzeichnet. Jeder Verbraucher kann sich informieren. Allerdings besteht noch große Lücken.