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Landwirtschaft gestern

Im Jahr 2030 steht die globale Landwirtschaft vor der Herausforderung, Lebensmittel für ca. 8,5 Mrd. Menschen bereitzustellen. Im gleichen Zeitraum wird global die pro Kopf verfügbare landwirtschaftliche Nutzfläche von etwa 2200 qm auf 2000 qm zurückgegangen sein. Gründe dafür sind Bevölkerungswachstum, Urbanisierung, Wüstenbildung, Bodendegradation und Versalzung. Neben der Produktivität ist der Schutz wichtiger Umweltgüter wie Klima, Boden, Wasser und Artenvielfalt unbedingt zu realisieren, um nachhaltig Landwirtschaft zu betreiben.

Von der Steinzeit zum Dampfpflug

Das Neolithikum, der letzte Abschnitt der Steinzeit (etwa 5000-1800 v.Chr.), zeichnet sich durch den Übergang von der rein aneignenden Wirtschaftsweise nomadisierender Jäger und Sammler zur Sesshaftigkeit in dörflichen Siedlungen in Verbindung mit Ackerbau und Nutztierhaltung aus. Träger dieser „neolithischen Revolution“ und Begründer der frühen Ackerbaukultur und Landwirtschaft in Europa waren die Megalithvölker. Ursprünglich begann das gezielte Sammeln von ausgewählten Wildgräsern in den orientalischen Ländern. Mit ersten „Hakenpflügen“ begann eine flache Bodenbearbeitung Damit konnten nach der Waldrodung Flächen urbar gemacht werden und Menschen, später auch Nutztiere, besser ernährt werden. Die Geschichte des Ackerbaus verlief weltweit sehr verschieden.

Dreifelderwirtschaft

Erste urkundliche Nachweise über die Dreifelderwirtschaft liegen aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. vor. Dabei löst die geordnete Folge Brache – Wintergetreide - Sommergetreide den vorher herrschenden Landwechsel ab, der zu „Bodenmüdigkeit“ führte. Die einjährige Brache diente als Stoppelweide und Hutungsfläche. Dadurch wurde dem Boden organische Substanz mit Nährstoffen zugeführt, da es noch keine mineralische Düngung gab. Danach wurde wieder Wintergetreide angebaut. Somit war die Dreifelderwirtschaft ein großer Vorteil und stabilisierte die Getreideerträge und das Bodenleben

Bevölkerungswachstum - Hungersnöte

Um 1780 führte ein enormes Bevölkerungswachstum im Osnabrücker Land zu Hungersnöten, das Ertragsniveau auf den armen Sandböden war sehr gering. Bevor die Entdeckungen von Justus Liebig zur Entwicklung des Kunstdüngers führten, war es eine enorm harte Arbeit, dem Boden im Osnabrücker Land etwas abzuringen. Um die Fruchtbarkeit zu erhöhen, wurde vielerorts die Plaggendüngung betrieben. Dazu wurden im weiteren Umland Gras- oder Heideplaggen gestochen, die als Einstreu in die Tierställe kamen. Mit dem Dung der Tiere wurden Küchenabfälle vermengt, das Material wurde anschließend auf die Felder gebracht. Ein enormer Arbeitsaufwand – eine echte Plackerei eben. Das Ergebnis dieser Wirtschaftsweise sind die Plaggenesche: Das sind Ackerflächen, die durch den jahrhundertelangen Materialauftrag teilweise mehr als einen Meter in die Höhe gewachsen sind und noch heute zu den fruchtbarsten Flächen der Region zählen. Auf der anderen Seite verarmten die abgeplaggten Flächen total und sind auch heute noch ausgedehnte Heideflächen
Siehe auch Boden des Jahres 2013

Geordnete Humuswirtschaft

Albrecht D. Thaer war der bedeutendste Agrarwissenschaftler seiner Zeit. Seine Empfehlungen, den Hackfruchtanbau und den Leguminosenanbau auszuweiten, einen Fruchtwechsel zwischen humusmehrenden und humuszehrenden Pflanzen zu praktizieren, mit Stallmist zu düngen und Kalk und Mergel zu streuen, laufen sowohl auf eine biologische als auch chemische Bodenaktivierung hinaus. Sie wurden von der Praxis angenommen und sind auch heute noch durchaus aktuell. Zitat:
"Schon längst sagten daher alte erfahrene Landwirthe, die ganze Kunst der Landwirthschaft besteht darin, Mist genug zu machen." (Thaer: Die Rationelle Landwirtschaft)

Einführung der Mineraldüngung

Justus v. Liebig (1803 -1873) erkannte, dass Pflanzen wichtige anorganische Nährstoffe in Form von Salzen aufnehmen. Er begründete die moderne Mineraldüngung und damit den Beginn der Agrochemie. Die zunehmende Versorgung mit natürlich abbaubaren Mineralen führte zu einer Vervielfachung der Erträge und damit zur besseren Versorgung der wachsenden Bevölkerung.

Industrielle Revolution

In der von England ausgehenden Industriellen Revolution wurde der Dampfpflug Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden und von Max Eyth (1836 – 1906) weiterentwickelt. Die Mechanisierung der Bodenbearbeitung begann mit dem Dampfpflug. Für das Pflügen waren zwei dampfbetriebene 220 PS-starke Lokomobile nötig. 20 Hektar Acker am Tag schaffte das Dampfpfluggespann – damals eine enorme Leistung. Dampfpflüge waren Mitte des 19. Jahrhunderts eine technische Revolution in der Landwirtschaft und führten zu deutlichen Ertragssteigerungen.

Sortenzüchtung

Der Beginn der Getreidezüchtung liegt etwa 12.000 Jahre zurück. Damals wurden Samen der ertragreichsten und gesündesten Pflanzen ausgewählt und im folgenden Jahr wieder ausgesät. Ertrag und Widerstandsfähigkeit verbesserten sich langsam. Wir verwenden heute dafür den Begriff der Selektionszüchtung. Der Augustinermönch Gregor Mendel (1822 -1884) führte im Klostergarten gezielt Kreuzungen zwischen Pflanzen durch und leitete daraus die nach ihm benannten Mendelschen Regeln der Vererbungslehre ab. Die Züchtung landwirtschaftlicher Kulturen konnte nun gezielt erfolgen (Ertragssteigerung, Resistenz, Anpassung an Böden und andere Standortfaktoren)