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Böden als Archiv

Böden sind wertvolle Archive der Natur- und Kulturgeschichte.

Böden erzählen Geschichten

Historiker suchen in alten Archiven, um die Geschichte zu erforschen und zu interpretieren. Bodenkundler helfen dabei, indem sie im Buch 'Boden' nachschlagen.
Böden besitzen ein hohes Erinnerungsvermögen. Einflüsse durch menschliche Eingriffe oder Klimaänderungen werden wie auf einem Tonbandgerät gespeichert. Man braucht nur das nötige Wissen, um die Information abzurufen.

© G. Krahe

Die Nutzung in vergangener Zeit sichtbar gemacht

Böden vergessen selbst Nutzungen, die über 1000 Jahre zurückliegen, nicht. So zeichnet sich wie hier im Bild der Verlauf der Römerstraße Via Claudia Augusta trotz heutiger landwirtschaftlicher Nutzung in der Luftaufnahmen noch deutlich ab.

© Hans-Uwe Schütz

Ackerbau im Spätmittelalter

In abgelegenen Gebieten findet man Äcker, die eine leichte Wellenform aufweisen. Die Wellen sind als Zeuge der Ackerbautechnik aus dem Spätmittelalter erhalten geblieben und werden Wölbäcker genannt. Entstanden sind sie durch das Pflügen des Bodens zur Mitte des Ackerstreifens. Dort konnten Pflanzen ohne Staunässe angepflanzt werden

© S. Lazar

Auskünfte über Lebensweisen

Selbst in 1000 Jahren werden noch Rückstände vorhanden sein, die Aufschluss darüber geben, welche Gegenstände die Menschen in früheren Zeiten verwendet haben und wie die Böden genutzt wurden. Ebenso geben Böden darüber Auskunft, wie Menschen in prähistorischer Zeit gebaut und gewirtschaftet haben.

© HLUG, Landesamt für Bodenforschung

Böden als Zeugen der Klimaentwicklung

Je nach Klimabedingungen laufen in Böden unterschiedliche Prozesse ab, die den Boden prägen. Eine tiefreichende Verwitterung von Eisen und die Bildung von Hämatit, die zu einer rostroten Färbung des gesamten Bodens führt, ist beispielweise nur unter warm-feuchten Klimabedingungen möglich, wie sie heute in den Tropen vorherrschen. So ist der rote Laterit-Boden im Tagebau 'Eiserne Hose' im Vogelsberg ein wichtiger Zeuge der tropischen Klimabedingungen, die vor ca. 15 Mio. Jahren in dieser Region herrschten.

© A. Rehse

Eine Schlucht im Wald ohne Bach

Wandert man aufmerksam durch die Landschaft, entdeckt man im Wald aufgelassene Terassen, die von der ursprünglichen ackerbaulichen Nutzung zeugen. Aber auch kleine Erosionsschluchten, die sog. Runsen, geben Aufschluss über die ehemalige landwirtschaftliche Nutzung der Fläche. Die Einschneidung der kleinen Schluchten fand vor allem im Mittelalter statt, als durch einen vermehrten Bevölkerungszuwachs viele bislang bewaldete Hänge gerodet und als Ackerflächen genutzt wurden. Auf den ungeschützten Ackerflächen konnte die Bodenerosion einsetzen. Das erodierte Bodenmaterial wanderte entweder über die Flüsse ins Meer oder wurde in Talsenken wieder abgelagert. Dort sind heute sog. Kolluvialböden, d.h. durch die Ablagerung von angeschwemmtem Bodenmateriel entstandene Böden, vorhanden.

© S. Lazar

Der Boden als Schadstoffspeicher

Böden sind nicht nur Zeugen vergangener Nutzung, sie speichern auch die Stoffe, die bei der Nutzung in den Boden gelangt sind. Diese Schadstoffe können vom Menschen und der Pflanze aufgenommen werden oder gelangen ins Grundwasser. In der Regel sind sie jedoch nicht "begraben und aus der Welt".
"Das (belastete Material) hat man in die Erde und zugedeckt. (...) Man hat immer unseren Abfall genommen und tiefe Löcher gemacht, sogar verrostete Autos. Dann wurde schön Erde darüber gemacht, gesät und ein paar Bäumchen gesetzt, wie man auch heute noch alles ins Meer schüttet." Bürgermeister über den Umgang mit Schadstoffen in den 70er Jahren.

© S. Lazar

Was erzählt der Boden?

In der Landschaft sind die Spuren der vergangenen Nutzung zu erkennen. So können Sie Freunde immer wieder damit verblüffen, dass Sie etwas über die Geschichte einer Landschaft wissen, ohne zuvor dort gewesen zu sein. Im Bild ist eine alte Befestigungsanlagen der Kelten, eine sog. Viereckschanze, zu erkennen.

Empfehlungen

Von der LABO wurde ein Leitfaden herausgegeben, der Empfehlungen zur Bewertung und zum Schutz von
Böden mit besonderer Funktion als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte enthält. Angesprochene Zielgruppen sind Behörden auf kommunaler, regionaler,
Landes- und Bundesebene im Bereich Bodenschutz, Naturschutz, Archäologie, Denkmalschutz und Planung. Weiterhin sind Adressaten
des Leitfadens Planungs- und Ingenieurbüros, die mit der Bodenfunktionsbewertung beauftragt sind.