Sachsen-AnhaltST 4

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Teil 1] Einleitung, Texte
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Teil 2] Lehrpfade:
Sachsen-Anhalt: ST 4 = Naumburg - Steinbruch bei Bad Kösen
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Naumburg - Steinbruch bei Bad Kösen

So kommen Sie hin:

Der Aufschluss liegt auf dem linken Talhang der Saale von Bad Kösen in Richtung Lengefeld innerhalb eines sich in Betrieb befindlichen Steinbruchs der Kalkwerke Bad Kösen (bitte anmelden).

Mit der Bahn:
Interregio-Verbindungen nach Naumburg gibt es im 2-Stunden-Takt auf der Strecke Berlin-Halle/Leipzig-Frankfurt. Von Naumburg aus erreichen Sie Bad Kösen mit der Regionalbahn.

Mit dem Auto:
Bad Kösen ist von der A9 (Berlin-Nürnberg) über die Abfahrt Naumburg in etwa 25 Min. zu erreichen. Von der A4 (Erfurt-Dresden), Abfahrt Jena, ist es noch eine knappe Stunde Fahrt durch das schöne Saaletal. Es besteht auch die Möglichkeit, die Abfahrt Apolda zu benutzen.

 

Was ist zu sehen?

Am Fuße des westlichen, aus Muschelkalk gebildeten Steilhanges der Saale befindet sich bei etwa 25 - 30 m über der Aue ein mittelpleistozäner Talboden der Saale. Hier können Interessierte sich ein gut aufgeschlossenes Vorkommen fossiler Böden des Mitteldeutschen Trockengebietes ansehen. Der Aufschluss verläuft von West nach Ost, ist etwa 100 m lang und am Hang 25 m hoch. Insgesamt wurden in den Deckschichten 5 Boden-Komplexe unterschieden und ihr Alter durch die Verknüpfung mit der Relief-, Sediment- und Fossilentwicklung bestimmt.

Das Profil besteht von unten nach oben aus folgenden Schichten: Auf dem terrassierten Muschelkalk liegt Saale-Schotter mit Schluff- und Feinsand-Linsen sowie Muschelkalk-Schutt vom nahen Steilhang. Im Schotter findet sich eine wärmeliebende Muschelfauna in situ. Die Ablagerungen gehören in die frühe Holstein-Warmzeit. Böden aus der Zeit sind nicht erhalten.

Den Schottern lagert im Hangfuss Sandlöß auf. Er verzahnt mit skeletthaltigem Sandlöß auf dem Hang und sandlößbürtigen geschichteten Hochflutsedimenten in den flussnahen Bereichen auf engstem Raum. Der Sandlöß seinerseits ist von einer geringen Löß-Schicht bedeckt. Im Löß und Sandlöß der trockenen Standorte ist eine Bodenhorizontfolge entwickelt, die einer Parabraunerde bis Braunerde entspricht. Der Bodenkomplex wurde von Ruske und Wünsche (1961) als Rudelsburger Boden beschrieben und von Mania und Altermann (1970) der Dömnitz Warmzeit zugeordnet.

Der Rudelsburger Boden wird von teils mächtigen schutthaltigen Lößen bis Löß-Schutten und glazilimnischen Beckensedimenten bedeckt, die wieder unter kaltem Klima entstanden. In diesen Sedimenten ist nach der Bodenhorizontfolge eine schwach entwickelte Parabraunerde bis verbraunte Schwarzerde entwickelt.

Die Horizontfolge wurde von Mania und Altermann (1970) dem Langenbogener Bodenkomplex gleichgestellt und mit einer Warmzeit zwischen Drenthe- und Warthe-Kaltzeit verbunden.

Jüngere Hangsedimente und Löß bedecken den Langenbogener Boden mit 4 bis 6 m Mächtigkeit. In diesen Sedimenten ist eine Parabraunerde mit mächtiger Humuszone entwickelt (kräftig graues Band auf dem Foto im oberen Drittel der Aufschlusswand). Die Autoren Ruske und Wünsche (1961) bezeichneten diesen Boden als Naumburger Bodenkomplex. Seine Bildungszeit liegt in der Eem-Warmzeit bis frühen Weichsel-Kaltzeit (Brörup).

Der Naumburger Boden wird von 3 bis 6 m mächtigen Löß-Fließerden und Schwemmlöß bedeckt, an deren Oberkante eine geringmächtige braune Verlehmungszone, die Kösener Verlehmungszone, ausgebildet ist. Diese schwach ausgebildete Parabraunerde entstand am Ende der frühen Weichsel-Kaltzeit (Hengelo/Denekamp).

Kontakt und weitere Infos:
Geologisches Landesamt Sachsen-Anhalt
Ref. 22 Bodenkundliche Landesaufnahme
Dr. K.J. Hartmann
Köthener Str. 34
06118 Halle
Tel.: 0345 – 5212 117
Fax: 0345 – 5229 910
e-Mail:
kjhartmann@
glahal.mw.Isa-net.de
 

Böden und Landschaft

Der Aufschluss befindet sich auf den lößbeeinflussten Saale-Muschelkalkplatten.

In der Landschaft überwiegt landwirtschaftliche Nutzung auf den weniger geneigten Flächen. Hier sind fruchtbare Löß-Böden (Pararendzinen, Tschernoseme und Parabraunerden) entwickelt, während auf den häufig flachgründigeren und erosionsgefährdeten Hängen Eichen-Mischwälder wachsen.

Photo

Photo (st4_1.jpg)
Foto: Kainz 1995

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Webmaster Reiseführer
rbd/st4.htm
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Reiseführer - Zu den Böden Deutschlands Erstellt: 18.06.2001; Letzte Aktualisierung: 22.06.2001 © Umweltbundesamt, Berlin