| So kommen
Sie hin:
Der Aufschluss liegt auf dem linken Talhang
der Saale von Bad Kösen in Richtung Lengefeld innerhalb eines sich
in Betrieb befindlichen Steinbruchs der Kalkwerke Bad Kösen (bitte
anmelden).
Mit
der Bahn:
Interregio-Verbindungen nach Naumburg gibt es im 2-Stunden-Takt
auf der Strecke Berlin-Halle/Leipzig-Frankfurt. Von Naumburg aus
erreichen Sie Bad Kösen mit der Regionalbahn.
Mit
dem Auto:
Bad Kösen ist von der A9 (Berlin-Nürnberg) über die Abfahrt Naumburg
in etwa 25 Min. zu erreichen. Von der A4 (Erfurt-Dresden), Abfahrt
Jena, ist es noch eine knappe Stunde Fahrt durch das schöne Saaletal.
Es besteht auch die Möglichkeit, die Abfahrt Apolda zu benutzen.
|
Was ist zu sehen?
Am Fuße des westlichen, aus Muschelkalk gebildeten
Steilhanges der Saale befindet sich bei etwa 25 - 30 m über der
Aue ein mittelpleistozäner Talboden der Saale. Hier können Interessierte
sich ein gut aufgeschlossenes Vorkommen fossiler Böden des Mitteldeutschen
Trockengebietes ansehen. Der Aufschluss verläuft von West nach Ost,
ist etwa 100 m lang und am Hang 25 m hoch. Insgesamt wurden in den
Deckschichten 5 Boden-Komplexe unterschieden und ihr Alter durch
die Verknüpfung mit der Relief-, Sediment- und Fossilentwicklung
bestimmt.
Das Profil besteht von unten nach oben aus folgenden
Schichten: Auf dem terrassierten Muschelkalk liegt Saale-Schotter
mit Schluff- und Feinsand-Linsen sowie Muschelkalk-Schutt vom nahen
Steilhang. Im Schotter findet sich eine wärmeliebende Muschelfauna
in situ. Die Ablagerungen gehören in die frühe Holstein-Warmzeit.
Böden aus der Zeit sind nicht erhalten.
Den Schottern lagert im Hangfuss Sandlöß auf.
Er verzahnt mit skeletthaltigem Sandlöß auf dem Hang und sandlößbürtigen
geschichteten Hochflutsedimenten in den flussnahen Bereichen auf
engstem Raum. Der Sandlöß seinerseits ist von einer geringen Löß-Schicht
bedeckt. Im Löß und Sandlöß der trockenen Standorte ist eine Bodenhorizontfolge
entwickelt, die einer Parabraunerde bis Braunerde entspricht. Der
Bodenkomplex wurde von Ruske und Wünsche (1961) als Rudelsburger
Boden beschrieben und von Mania und Altermann (1970) der Dömnitz
Warmzeit zugeordnet.
Der Rudelsburger Boden wird von teils mächtigen
schutthaltigen Lößen bis Löß-Schutten und glazilimnischen Beckensedimenten
bedeckt, die wieder unter kaltem Klima entstanden. In diesen Sedimenten
ist nach der Bodenhorizontfolge eine schwach entwickelte Parabraunerde
bis verbraunte Schwarzerde entwickelt.
Die Horizontfolge wurde von Mania und Altermann
(1970) dem Langenbogener Bodenkomplex gleichgestellt und mit einer
Warmzeit zwischen Drenthe- und Warthe-Kaltzeit verbunden.
Jüngere Hangsedimente und Löß bedecken den Langenbogener
Boden mit 4 bis 6 m Mächtigkeit. In diesen Sedimenten ist eine Parabraunerde
mit mächtiger Humuszone entwickelt (kräftig graues Band auf dem
Foto im oberen Drittel der Aufschlusswand). Die Autoren Ruske und
Wünsche (1961) bezeichneten diesen Boden als Naumburger Bodenkomplex.
Seine Bildungszeit liegt in der Eem-Warmzeit bis frühen Weichsel-Kaltzeit
(Brörup).
Der Naumburger Boden wird von 3 bis 6 m mächtigen
Löß-Fließerden und Schwemmlöß bedeckt, an deren Oberkante eine geringmächtige
braune Verlehmungszone, die Kösener Verlehmungszone, ausgebildet
ist. Diese schwach ausgebildete Parabraunerde entstand am Ende der
frühen Weichsel-Kaltzeit (Hengelo/Denekamp).
|