Sachsen-AnhaltST 2

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Teil 1]
Einleitung, Texte
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Teil 2] Lehrpfade: Sachsen-Anhalt: ST 2 = Halle - Hammerlöcher bei Langenbogen
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Teil 3] EmpfehlungenSeitenende

Halle - Hammerlöcher bei Langenbogen

So kommen Sie hin:

Mit dem Auto:
B 80 Halle – Eisleben
östlich Süßer See Abfahrt Richtung Langenbogen
durch Langebogen zur alten Zuckerfabrik
ca. 750 m nördlich Langenbogen
Anstieg zu Fuß.

Für Rollstuhlfahrer wenig geeignet

 

Was ist zu sehen?

In einer Wegeschlucht, die durch Erosionsprozesse entstanden ist, lassen sich mit dem Aufstieg rechts am Hang und links am Abhang in natürlichen Aufschlüssen die einzelnen Stadien der Bodenbildungen verschiedener Zeiten des Quartärs verfolgen.

Löß-Pararendzina (st2_1.jpg) (Photo 1) Löß-Pararendzina

Dieses Photo bietet sich mit dem Aufstieg an der rechten Hand (eventuell sind ein paar Pflanzen abzustechen).

Das Substrat der Bodenbildung ist Löß. Löß ist ein Sediment, das während der Weichselkaltzeit äolisch abgelagert wurde.

Ein 35 bis 40 cm mächtiger, humoser Oberbodenhorizont (Ah) aus Löß hat sich auf dem Ausgangsmaterial der Bodenbildung, einem C-Horizont, entwickelt.

Die oberste Schicht bildet weichseleiszeitlicher Löß. Hier ist in einem dunkelgrau gefärbten Horizont, dessen Farbe aus der Akkumulation von Humus resultiert, die aktuelle Bodenbildung zu beobachten. Der folgende, braungelbe Horizont besteht ebenfalls aus Löß, in dem allerdings bislang keine bodenbildenden Prozesse abgelaufen sind. Die Bodenform ist eine Pararendzina aus Löß (Photo 1).

Die nächste Schicht bildet ebenfalls Löß, der allerdings nach seiner Ablagerung noch einmal umgelagert wurde.

Der Abschluss dieser Folge besteht aus einer dunkelbraunen Fließerde.

Bei Fließerden handelt es sich um Lockersedimente, die sich in Hanglagen auf gefrorenen Untergrund als Brei bewegt haben. Sie entstanden in Mitteleuropa in den Kaltzeiten des Pleistozäns (vor ca. 1.500.000 Jahre) in ständig gefrorenen, aber eisfreien Bereichen und wurden während des sommerlichen Auftauens umgelagert.

Mit einer Humusanreicherungszone aus schwarzgrauen, humosen Lehm bis schwach tonigen Lehm zeigt sich eine erste ältere Bodenbildung, die möglicherweise in der Eem-Warmzeit (vor 125.000 bis 110.000 Jahre) stattgefunden hat. Es folgt eine graubraune, umgelagerte Zone und eine braune Verlehmungszone.

Verbraunung und Verlehmung sind bodenbildende Prozesse, die eine Tonmineral- und Eisenoxidbildung beinhalten. Sie sind mit einer Verwitterung von Silicaten verknüpft und bewirken ein Umformung des Ausgangsmaterials in einen tonhaltigen, braun gefärbten Boden. Anschließend tritt eine hellbraune, schwach sandige und schwach tonige Fließerde über einer dunkelbraunen Fließerde aus Löß auf.

Pararendzina aus Löß über tiefer Fließerde

Pararendzina aus Löß über tiefer Fließerde (st2_2.jpg)

(Photo 2)

Dieses Profilbild bietet sich linker Hand an der Wand in der Schlucht.

Die oberen Lößschichten von ca. 2 m sind abgetragen. Es hat sich ein neuer, stark durchwurzelter, humoser Oberbodenhorizont mit 20 cm Mächtigkeit gebildet. Der bis ca. 50 cm reichende, graue Horizont deutet auf den Humushorizont einer fossile Bodenbildung aus Löß hin. Der Löß reicht bis 100 cm. Es folgt eine Fließerde. Ab 170 cm findet sich ein mächtiger, humoser, fossiler Ah-Horizont, der vermutlich die Oberfläche des ältesten Boden gebildet hat.

Eine dunkelbraune Fließerde aus schwach sandigem Lehm mit Humusbändern trennt diesen Komplex scharf von der nächsten Bodenbildung.

Die älteste Bodenbildung, deren zeitliche Einordnung bislang nicht eindeutig geklärt ist, soll während der Saalekaltzeit stattgefunden haben. Eine schwarze Humusanreicherungszone aus tonigem Lehm liegt über einer braungrauen, schwach humosen Bodenbildung aus stark tonigem Lehm. Dieser, wie auch die folgenden grauen bzw. braunen Lehmhorizonte, weisen Rostflecken auf, die aus den Einfluss von Wasser resultieren. Den Abschluss bildet wieder eine graue bis braungraue Fließerde aus Lehm, die von Gesteinen des Buntsandsteins (vor 225.000.000 - 215.000.000) unterlagert ist.

Landschaft(sauschnitt)

Landschaft(sauschnitt) (st2_3.jpg)

Kontakt und weitere Infos:
Geologisches Landesamt Sachsen-Anhalt
Ref. 22 Bodenkundliche Landesaufnahme
Dr. K.J. Hartmann Köthener Str. 34
06118 Halle
Tel.: 0345 – 5212 117
Fax: 0345 – 5229 910

E-Mail:
kjhartmann@glahal.mw.Isa-net.de

 

Böden und Landschaft

Der Standort befindet sich im Naturraum des östlichen Harzvorlandes. Im Zusammenhang mit der bodenregionalen Gliederung des Landes Sachsen-Anhalt liegt das Profil in der Bodenlandschaft des Pollebener, Gebstedter und Lettewitzer Löß-Plateaus, die zur Bodenregion der Löß und Sandlößlandschaften gehören. In dieser Bodenregion, die 30 % der Landesfläche von Sachsen-Anhalt einnimmt, dominieren Löß- und Sandlößdecken mit einer Mächtigkeit von 6 -20 dm, die lokal auch größer sein kann, über glazifluviatilen und glazialen Sedimenten wie Schmelzwassersanden und Geschiebelehmen/-mergeln. Auf diesen Substraten haben sich sehr fruchtbare Schwarzerden bzw. Braunschwarzerden entwickelt. Erosionsprozesse haben auf stärker geneigten Standorten zum Abtrag von humosem Oberbodenmaterial geführt, so dass an diesem Standort Pararendzinen entstanden sind.

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Reiseführer - Zu den Böden Deutschlands Erstellt: 18.06.2001; Letzte Aktualisierung: 22.06.2001 © Umweltbundesamt, Berlin