| So kommen
Sie hin:
Mit dem Auto:
B 80 Halle Eisleben
östlich Süßer See Abfahrt Richtung Langenbogen
durch Langebogen zur alten Zuckerfabrik
ca. 750 m nördlich Langenbogen
Anstieg zu Fuß.
Für Rollstuhlfahrer
wenig geeignet
|
|
Was ist zu sehen?
In einer Wegeschlucht,
die durch Erosionsprozesse entstanden ist, lassen sich mit dem Aufstieg
rechts am Hang und links am Abhang in natürlichen Aufschlüssen die
einzelnen Stadien der Bodenbildungen verschiedener Zeiten des Quartärs
verfolgen.
 |
(Photo 1) Löß-Pararendzina
Dieses Photo bietet sich mit dem
Aufstieg an der rechten Hand (eventuell sind ein paar Pflanzen
abzustechen).
Das
Substrat der Bodenbildung ist Löß. Löß ist ein Sediment, das
während der Weichselkaltzeit äolisch abgelagert wurde.
Ein
35 bis 40 cm mächtiger, humoser Oberbodenhorizont (Ah) aus
Löß hat sich auf dem Ausgangsmaterial der Bodenbildung, einem
C-Horizont, entwickelt.
|
Die oberste Schicht bildet
weichseleiszeitlicher Löß. Hier ist in einem dunkelgrau gefärbten
Horizont, dessen Farbe aus der Akkumulation von Humus resultiert,
die aktuelle Bodenbildung zu beobachten. Der folgende, braungelbe
Horizont besteht ebenfalls aus Löß, in dem allerdings bislang keine
bodenbildenden Prozesse abgelaufen sind. Die Bodenform ist eine
Pararendzina aus Löß (Photo 1).
Die nächste Schicht bildet
ebenfalls Löß, der allerdings nach seiner Ablagerung noch einmal
umgelagert wurde.
Der Abschluss dieser Folge
besteht aus einer dunkelbraunen Fließerde.
Bei Fließerden handelt es
sich um Lockersedimente, die sich in Hanglagen auf gefrorenen Untergrund
als Brei bewegt haben. Sie entstanden in Mitteleuropa in den Kaltzeiten
des Pleistozäns (vor ca. 1.500.000 Jahre) in ständig gefrorenen,
aber eisfreien Bereichen und wurden während des sommerlichen Auftauens
umgelagert.
Mit einer Humusanreicherungszone
aus schwarzgrauen, humosen Lehm bis schwach tonigen Lehm zeigt sich
eine erste ältere Bodenbildung, die möglicherweise in der Eem-Warmzeit
(vor 125.000 bis 110.000 Jahre) stattgefunden hat. Es folgt eine
graubraune, umgelagerte Zone und eine braune Verlehmungszone.
Verbraunung und Verlehmung
sind bodenbildende Prozesse, die eine Tonmineral- und Eisenoxidbildung
beinhalten. Sie sind mit einer Verwitterung von Silicaten verknüpft
und bewirken ein Umformung des Ausgangsmaterials in einen tonhaltigen,
braun gefärbten Boden. Anschließend tritt eine hellbraune, schwach
sandige und schwach tonige Fließerde über einer dunkelbraunen Fließerde
aus Löß auf.
Pararendzina aus Löß über
tiefer Fließerde

(Photo
2)
Dieses Profilbild bietet
sich linker Hand an der Wand in der Schlucht.
Die oberen Lößschichten
von ca. 2 m sind abgetragen. Es hat sich ein neuer, stark durchwurzelter,
humoser Oberbodenhorizont mit 20 cm Mächtigkeit gebildet. Der bis
ca. 50 cm reichende, graue Horizont deutet auf den Humushorizont
einer fossile Bodenbildung aus Löß hin. Der Löß reicht bis 100 cm.
Es folgt eine Fließerde. Ab 170 cm findet sich ein mächtiger, humoser,
fossiler Ah-Horizont, der vermutlich die Oberfläche des ältesten
Boden gebildet hat.
Eine dunkelbraune Fließerde
aus schwach sandigem Lehm mit Humusbändern trennt diesen Komplex
scharf von der nächsten Bodenbildung.
Die älteste Bodenbildung,
deren zeitliche Einordnung bislang nicht eindeutig geklärt ist,
soll während der Saalekaltzeit stattgefunden haben. Eine schwarze
Humusanreicherungszone aus tonigem Lehm liegt über einer braungrauen,
schwach humosen Bodenbildung aus stark tonigem Lehm. Dieser, wie
auch die folgenden grauen bzw. braunen Lehmhorizonte, weisen Rostflecken
auf, die aus den Einfluss von Wasser resultieren. Den Abschluss
bildet wieder eine graue bis braungraue Fließerde aus Lehm, die
von Gesteinen des Buntsandsteins (vor 225.000.000 - 215.000.000)
unterlagert ist.
Landschaft(sauschnitt)

|
Kontakt
und weitere Infos:
Geologisches Landesamt Sachsen-Anhalt
Ref. 22 Bodenkundliche Landesaufnahme
Dr. K.J. Hartmann Köthener Str. 34
06118 Halle
Tel.: 0345 5212 117
Fax: 0345 5229 910
E-Mail:
kjhartmann@glahal.mw.Isa-net.de
|
|
Böden und Landschaft
Der Standort befindet sich
im Naturraum des östlichen Harzvorlandes. Im Zusammenhang mit der
bodenregionalen Gliederung des Landes Sachsen-Anhalt liegt das Profil
in der Bodenlandschaft des Pollebener, Gebstedter und Lettewitzer
Löß-Plateaus, die zur Bodenregion der Löß und Sandlößlandschaften
gehören. In dieser Bodenregion, die 30 % der Landesfläche von Sachsen-Anhalt
einnimmt, dominieren Löß- und Sandlößdecken mit einer Mächtigkeit
von 6 -20 dm, die lokal auch größer sein kann, über glazifluviatilen
und glazialen Sedimenten wie Schmelzwassersanden und Geschiebelehmen/-mergeln.
Auf diesen Substraten haben sich sehr fruchtbare Schwarzerden bzw.
Braunschwarzerden entwickelt. Erosionsprozesse haben auf stärker
geneigten Standorten zum Abtrag von humosem Oberbodenmaterial geführt,
so dass an diesem Standort Pararendzinen entstanden sind.
|