Sachsen SN 2

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Teil 1] Einleitung, Texte
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Teil 2] Lehrpfade: Sachsen: SN 2 = Meißen - Bodendenkmäler in Sachsen
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Teil 3] EmpfehlungenSeitenende

Meißen - Bodendenkmäler in Sachsen

So kommen Sie hin:

Alle Bodendenkmäler sind über den Elbe-Radweg von Meißen aus (S-Bahn 1 bis Meißen-Triebischtal von Dresden-Neustadt) zu erreichen.
Göhrisch: Über den Radweg nach Norden über Zehren.

Löbsal: Mit der Elbfähre auf das östliche Ufer übersetzen, dann nach Norden bis Diesbar oder mit der Fähre Meißen-Goldkuppe und von dort wieder Richtung Süden.

Zadel: Wie Löbsal, aber nur bis Zadel.

Zehren: Nördlich von Meißen, auf dem Radweg entlang dem westlichen Elbufer.

Zöthain: Von Meißen nach Norden das westliche Elbufer entlang bis Zehren.

Von dort ins Ketzerbachtal abbiegen.

 

Was ist zu sehen?

Im Landkreis Meißen kann man auf einer Fahrradrundtour verschiedene Bodendenkmäler entdecken. Bodendenkmäler sind Teile der Landschaft und wichtige Erkenntnisquellen der Kultur- und Erdgeschichte. Ein Landschaftselement wird jedoch erst durch die Archäologie als Wissenschaft und einen juristischen Akt zum Bodendenkmal (Behm, 2000), wodurch es auch dem Denkmalschutz unterliegt. Der Boden in seiner Funktion als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte birgt diese Bodendenkmäler. Er weist oft selbst, z.B. durch Bodenverfärbungen und Bodenveränderungen, die durch Menschen vergangener Jahrhunderte verursacht wurden, archäologische Spuren auf.

Zu den Bodendenkmälern gehören archäologische Funde wie oberirdisch sichtbare Anlagen oder im Boden befindliche, von Vegetation überdeckte Anlagen. Dies können Reste von Befestigungsanlagen, Siedlungen, Grabanlagen, Höhlungen, Wüstungen usw. sein.

Zur Wegekarte

Zur Wegekarte (Vorschau) (sn2_3t.jpg)

Die Fahrradrundtour führt Sie zu den Resten mehrerer Befestigungsanlagen unterschiedlicher Epochen im Landkreis Meißen:

Der Göhrisch – eine bronzezeitliche Befestigung der Lausitzer Kultur an der Elbe (ca. 800 v. Chr.).

Die Befestigung des Göhrisch ist gegen die sich im Süden und im Westen anschließende Hochebene durch einen bis zu 12 m hoch erhaltenen Wall aus Lehm gesichert, der mit Holzrahmen und Steinen versteift ist. Der ursprüngliche Zugang – heute noch im Gelände gut zu verfolgen – führte am Steilhang entlang. Der gegenwärtig als Weg benutzte Durchbruch ist jüngeren Datums.

Der Burgberg von Löbsal (18. Jahrhundert v. Chr.)

Der erhaltene Erdwall besteht aus einem Versturz der Burgmauer, die aus Holz und Erde nach Art eines Fachwerkverbandes errichtet war.

Die Burg von Zadel (10. Jahrhundert)

Archäologische Ausgrabungen im Jahre 1982 an den spärlichen Überresten des Walls geben über die Konstruktion der Befestigung Aufschluss. Die Mauern waren mit einer steinernen Außenfassade versehen, ähnlich wie bei der Burg im gegenüberliegenden Zehren.

Die Burg von Zehren – ein Zankapfel zwischen dem deutschen Kaiser Heinrich II und dem polnischen Herzog Boleslav Chobry (11. Jahrhundert.)

Heute noch ist im Gelände der Hauptwall erkennbar. Ungefähr 120 m nördlich des Hauptwalls konnten spärliche Überreste einer weiteren Wall- und Grabenanlage nachgewiesen werden, die jedoch im Gelände kaum noch zu erkennen sind.

Der Zöthain – Mettelwitzer Burgberg – eine slawische Befestigung (10. Jahrhundert)
Von der Befestigungsanlage sind zwei parallel laufende Wälle im Norden und Süden sichtbar geblieben. 1843 wurden Teile des nördlichen Walles eingeebnet, um zusätzliches Ackerland zu gewinnen.

Kontakt und weitere Infos:

Dr. Cristoph Heyermann
Landesamt für Archäologie
mit Landesmuseum für Vorgeschichte
Zur Wetterwarte 7
01109 Dresden
Tel.: 0351 - 8926 603
Fax: 0351 - 8926 666
Internet: www.archsax.sachsen.de

Ausstellungen:
Japanisches Palais
Palaisplatz 11
01097 Dresden

 

Böden und Landschaft

Gegenüber den meißnischen Weindörfern Diesbar und Seußlitz liegt, ca. 45 m über der Elbe auf einem Felssporn, die Befestigung Göhrisch. Sie hatte vor etwa 2800 Jahren die Aufgabe, einen der wenigen Elbübergänge, die „Rauhe Furt“, zu überwachen. Seit Jahrhunderten wurde bis in die Mitte des 20. Jahrhundert am Göhrisch der anstehende Meißner Hauptgranit abgebaut, wodurch der prähistorische Fundplatz stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist.

Die Burg von Löbsal, östlich der Elbe, oberhalb von Diesbar gelegen, wurde etwa im 18. Jahrhundert v. Chr. gebaut und war bis ins 5. / 4. Jahrhundert v. Chr. bewohnt. Eine erneute Besiedlung erfolgte im 9. / 10. Jahrhundert n. Chr. Dabei war die Burg die einzige Befestigung der slawischen Daleminzier östlich der Elbe. Die zur Burg gehörende Flussufersiedlung Diesbar gelangte als früher Handelsplatz im Jahre 1013 aus der Hand des Königs in den Besitz der Meißner Kirche.

Die Burg von Zadel am Ostufer der Elbe befindet sich auf einem Felssporn. In erster Linie war sie als militärischer Stützpunkt des Deutschen Reiches gedacht. Im 11. / 12. Jahrhundert scheint sie aber auch eine politische Rolle innerhalb des Verwaltungsgebietes des Burgwartes „Zscheila-Zadel“ gespielt zu haben. In einer Urkunde Kaiser Heinrich IV. aus dem Jahre 1074 / 79 wird das Dorf Rottewitz „in burgwardo Zadilo“ erwähnt. Das Reichsgut von Zadel gelangte im 12. Jahrhundert in die Hand des Markgrafen und über diese um 1200 in den Besitz des Klosters Altzella.

Die Burg von Zehren liegt in markanter Lage auf einer sich nach Südosten erstreckenden Geländezunge zwischen dem Hochufer der Elbe und einem Bacheinschnitt. Die älteste schriftliche Erwähnung der Burg Zehren (Castellum Cirin) findet sich bei dem Chronisten Thietmar von Merseburg für das Jahr 1003 anlässlich der Auseinandersetzung zwischen dem Polenherzog Boleslav Chobry (965 - 1025) und dem deutschen König Heinrich II. (973 - 1024).

Die Burg von Zöthain, über dem Ketzerbach nordwestlich von Mettelwitz gelegen, gehörte im 10. Jahrhundert zu jenen Befestigungen, die das Gebiet des slawischen Stammes der Daleminzier schützte. In der Forschung wurde deshalb auch versucht, diesen Platz mit der 928 / 29 von dem deutschen König Heinrich I. eroberten Hauptburg „Gana" dieses Stammes gleichzusetzen. Die militärische Bedeutung dieser Burg scheint mit dem Beginn der deutschen Herrschaft in der Lommatzscher Pflege erloschen zu sein.

Der Göhrisch

Der Göhrisch (sn2_1.jpg)
(Quelle: Archäol. Landesamt Sachsen)

Der Burgberg von Löbsal (Zur Vergrößerung: Burgberg von Löbsal)

Der Burgberg von Löbsal (sn2_2t.jpg)

(Quelle: Archäol. Landesamt Sachsen)

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Reiseführer - Zu den Böden Deutschlands Erstellt: 18.06.2001; Letzte Aktualisierung: 22.06.2001 © Umweltbundesamt, Berlin