Schleswig-HolsteinSH 1

[Start]
[
Teil 1] Einleitung, Texte
[
Teil 2] Lehrpfade:
Schleswig-Holstein - SH 1 = Lübeck - Lehrpfad Dodau, sandig-lehmige Jungmoräne
[
Teil 3]
EmpfehlungenSeitenende

Lübeck - Lehrpfad Dodau, sandig-lehmige Jungmoräne

So kommen Sie hin:

Mit dem Auto:
Der Bodenlehrpfad Dodau befindet sich 2,5 km nordöstlich von Eutin.

Von Eutin, Richtung Plön kommend, liegt an der B76 eine Obstplantage. Unmittelbar hinter der Obstplantage rechts, Richtung Kreuzfeld, abbiegen. An der Försterei Dodau kann geparkt werden.

Hinter der Försterei Dodau führt nordöstlich ein Waldweg nach Malente-Gremsmühlen. Nach 700 m wird die erste Wege-kreuzung erreicht, der links gefolgt werden sollte. An der nächsten Gabelung zuerst rechts und dann nach wenigen Metern links halten. In der Mitte dieser Gabelung befindet sich ein Unterstand, an dem ein Hinweisschild „Bodenlehrpfad“ angebracht ist.

Nach 700 m Richtung Norden folgt eine weitere Gabelung mit einem Hinweisschild „Bodenlehrpfad“, an dieser Gabelung rechts halten. Das Hinweisschild „Profil 1“ wird nach 50 m erreicht. Dieses Profil befindet in einer Senke. In einer Entfernung von 100 m vom Profil 1 liegt in nordöst-licher Richtung das Profil 2.

 

Was ist zu sehen?

Der Lehrpfad befindet sich im östlichen Hügelland Schleswig-Holsteins, das gekennzeichnet ist durch unruhige Oberflächenkonturen, die aufgrund der jüngeren Entstehungszeit noch nicht durch Verwitterungs- und Erosionsprozesse abgeflacht sind.

Die fünf Profilgruben (1,5 m breit, 3 m lang und 2 m tief) sind so angelegt, dass sie die zwei Landschaftstypen der Catena erfassen: die kuppige Ablationsmoräne im tiefergelegenen südlichen Teil und die stärker wellige Stauchendmoränenlandschaft mit Laub- und Mischwaldbeständen im höher gelegenen nördlichen Teil.
Die Profile befinden sich im Bereich der Revierförsterei Dodau zwischen der B 76 und dem Dieksee bei Malente.

 

Das 1. Profil befindet sich in der kuppigen durch das Abschmelzen der Gletscher entstandene Ablationsmoräne. An der Profilsohle ist der Geschiebemergel gerade noch zu sehen. Darüber folgt sandiger Geschiebelehm, der oben verflossen ist und mehr grobes Material enthält. Es folgen wasserstauende Horizonte mit darüberliegendem wasserleitendem Geschiebelehm. Der abschließende Geschiebemergel ist durch Oxidation gelblich gefärbt.

 

Das 2. Profil befindet sich im Bereich der Geländeaufwölbung der Ablationsmoräne. Zu sehen ist ein von Stauwasser geprägter Boden (Pseudogley) mit einem wasserstauenden und wasserleitenden Horizont aus sandig-lehmigen Sedimenten (Parabraunerde), die durch das Bodenfließen beim Auftauen des gefrorenen Bodenmaterials (Fließerde) über tiefem Geschiebelehm/-mergel entstanden sind.

 

Die Profile 3 - 5 befinden sich in der welligen Stauchendmoräne. Die Bodenform des Profils 3 ist eine Braunerde über pseudovergleyter Parabraunerde aus Fließerde über kalkhaltigem, kiesigem Moränensand, der oben entkalkt ist.

 

Profil 4 befindet sich ganz oben im Steilhang. Unter schluffigem, verbrauntem Sand liegt kalkhaltiger, kiesiger Moränensand, von dem knapp 20 cm verflossen sind.
Profil 5 findet man in einer flachen Mulde auf der Endmoränenhöhe. Mit diesem Profil soll die Auffüllung dieser Reliefposition mit nacheiszeitlich umgelagerten humosen (Kolluvisol) Ablagerungen gezeigt werden. Unter den ca. 80 cm schmutzigbraunen Sedimenten folgt eine subfossile zweischichtige Parabraunerde.

Kontakt und weitere Infos:

Dr. M. Filipinski
LANU
Hamburger Chaussee 25
42220 Flintbek

und

C.T. Aydin
Forstamt Segeberg
Glashütte
23812 Glashütte

 

Böden und Landschaft

Diese während der letzten Eiszeit durch Gletscherablagerungen von Geröll, Schutt und Feinmaterial entstandene Jungmoränenlandschaft zeigt aufgrund der jüngeren Entstehungsgeschichte noch unruhige Oberflächenformen und umfasst flachwellige Grundmoränen, kuppige Ablationsmoränen und wellige Eisrandlagen sowie Endmoränen.

Die Böden zeigen noch heute deutliche Hinweise auf ihre Entstehungsgeschichte und eröffnen einen interessanten Rückblick auf eine jahrtausendalte Geschichte.

sh1_1.jpg
Profil 4: schluffiger, verbraunter Sand über kalkhaltigem, kiesigem Moränensand

E-Mail: Redaktion Reiseführer
E-Mail:
Webmaster Reiseführer
rbd/sh1.htm
(Internet-Version)
ZurückSeitenanfangWeiter
Reiseführer - Zu den Böden Deutschlands Erstellt: 30.05.2001; Letzte Aktualisierung: 18.06.2001 © Umweltbundesamt, Berlin