NNW 2

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Teil 1]
Einleitung, Texte
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Teil 2] Lehrpfade: Nordrhein-Westfalen: NW 2 = Oberhausen - Industrieböden im Ruhrgebiet
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Oberhausen - Industrieböden im Ruhrgebiet

Oberhausen Haus Ripshorst
Ripshorster Straße 306
46 117 Oberhausen
Tel.: 0208 / 883 34 83

Öffnungszeiten
Di. bis So.: April - Oktober:
11:00 – 18:00 Uhr
November – März:
11:00 – 17:00 Uhr

So kommen Sie hin:

Mit dem Fahrrad:
Dem Emscher Park-Radweg Nord bis zur ”Ripshorst-Brücke” am Rhein-Herne-Kanal folgen.
Von dort der Beschilderung über den Kanal zum Haus Ripshorst folgen.

Mit dem Bus:
Bis zur Haltestelle Werkstraße: Bus 958 (Oberhausen-Osterfeld Süd – OB Hbf – OB-Fröbelplatz) oder Bus 978 (OB-Osterfeld Süd – OB Hbf – OB-City Forum) bis zur Haltestelle Eisenbahnbrücke: Bus 957 (OB- Goerdelerstraße – Neue Mitte – Oberhausen Hbf).


Mit dem Auto:
A 42 (Emscherschnellweg) Abfahrt Nr. 10 Oberhausen-Osterfeld / Neue Mitte.

 

Was ist zu sehen?

Die industrielle Tätigkeit veränderte im Ruhrgebiet, insbesondere in der Emscherregion, viele Flächen völlig.

Wo ursprünglich Sumpfland, Felder und Wiesen waren, entstanden Zechen, Stahlwerke, Bergehalden und Deponien. Dadurch wurde nicht nur das natürliche Bodengefüge durcheinandergebracht. Es entstanden auch zahlreiche ”Industrieböden” aus Materialien, die in der Natur so nirgendwo vorkommen.

Ausgehend von Haus Ripshorst, in dem eine Ausstellung in die Themen ”Industrienatur” und ”Industrieböden” einführt, ist auf zahlreichen Standorten die Vielfalt der neuen Lebensräume einschließlich ihrer typischen Industrieböden erleb- und erforschbar.

Angefangen hat die Eisen- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet mit dem Abbau von Raseneisenstein und dessen Verhüttung mit Holzkohle. Dies war der Auslöser einer gewaltigen Entwicklung, die im Ruhrgebiet zur Entstehung der Industrieböden führte. Als historisches Relikt wird dieser Boden daher - neben den Industrieböden - in der Ausstellung im Haus Ripshorst präsentiert.

Ein typischer Industrieboden entsteht auf Schottertrassen ehemaliger Bahnlinien, die im Ruhrgebiet ein weitverzweigtes Netz bilden. Er besteht aus 30 - 40 cm mächtigen Kalkschotterlagen. In die Hohlräume des Schotters dringen angewehte Staubpartikel ein und füllen diese allmählich bis an die Oberfläche auf. Dieses Substrat bietet den Pflanzen wenig Wurzelraum zur Speicherung von lebensnotwendigem Wasser und Nährstoffen, für den ursprünglichen Emscherraum ein seltenes Merkmal. Ein in dieser Form bisher unbekannter Boden entsteht: Der „Partikelintrusol“. Einen Eindruck dieses Bodens bieten die Flächen des ehemaligen Sammelbahnhofs Essen-Frintrop.

Ein weiterer Industrieboden befindet sich im Eisenhüttenwerk des Landschaftsparks Duisburg Nord.

Saurer Rohboden mit geringer Natursubstrat-Abdeckung in Aschen und Bergematerial über Trümmerschutt vom Gelände der ehemaligen Kokerei der Zeche Rheinelbe in Gelsenkirchen-Ückendorf.

Foto: Jens Nober, Ruhrlandmuseum Essen
Bildrechte: Dieter A. Hiller, Universität Essen

Kontakt und weitere Infos:

k.A.

  Dort kamen große Mengen an Eisenhüttenschlacken aus Calciumsilikaten zur Ablagerung. Verwitterungsprozesse führen hier zu einem Boden mit extrem hohen pH-Werten (10 - 12), die sonst nur typisch sind für halbtrockene Gebiete wie z.B. in Ungarns Pußta.Die zunächst festen Schlacken zerfallen, bis das Kohlendioxid der Luft mit der Kalklauge reagiert. Die entstehenden Calciumcarbonate verkitten den bröseligen Schlackenboden anschließend wieder oder steigen mit dem Bodenwasser an die Oberfläche und bilden Kalkkrusten, Merkmal vieler Halbwüsten.

Dabei sind Bodenbildungen aus Kalklaugen in der Natur bisher unbekannt. Die entstehenden lebensfeindlichen Carbonatosole werden erst nach Überdeckung durch Stäube von Pflanzen besiedelt.

Auch Aschen sind ein häufiges Ausgangssubstrat für Industrieböden im Emscherraum mit ihren vielen energieintensiven Produktionsstätten. Auf der ehemaligen Zeche Rheinelbe in Gelsenkirchen und im Landschaftspark Duisburg Nord entstehen aus diesem Substrat Regosole. Aschen sind unterschiedlich gekörnt, reich an Hohlräumen, sehr leicht und speichern viel Wasser und Pflanzennährstoffe. Mitunter sind sie auch schadstoffhaltig. Bemerkenswert ist, dass der Aschenboden durch die Umwandlung von Eisen in das Mineral Magnetit schwach magnetisch wirkt.

Das extreme Nebeneinander von Bodensubstraten zeigt ein weiterer Bodenaufschluss auf der Zeche Rheinelbe. Hier ist ein steiniger Boden auf Bergematerial zu sehen, der durch Schwefelsäure sehr stark versauert ist und pH-Werte um 3 aufweist. Birken haben sich den Boden mühselig erobert und ihn durch ihr Laub mit einer Rohhumusdecke versehen. Entstanden ist ein Thionic Regosol.

Südflanke der Bergehalde Lothringen in Bochum-Gerthe.

Foto und Bildrechte: Dirk Reinartz, Buxtehude

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Reiseführer - Zu den Böden Deutschlands Erstellt: 18.06.2001; Letzte Aktualisierung: 22.06.2001 © Umweltbundesamt, Berlin