| Kontakt und weitere
Infos:
Prof. Dr. Hans-Rudolf
Bork
Ökologie-Zentrum der Christian-Albrechts-Universität
Schauenburger Str. 112
24118 Kiel
E-Mail: hrbork@ecology.uni-kiel.de
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Böden und Landschaft
Einige 100 m westlich des Hofes Groß Thiershausen
haben sich unter Wald Relikte der spätmittelalterlichen Wölbackerflur
des aufgegebenen Ortes Tidershusen erhalten. Ein Waldweg durchschneidet
die Wölbäcker und gibt so den Blick frei auf ihren Aufbau und die
Bodenbildung nach dem Ende des Ackerbaus. Die Aufgabe des Ackerbaus
lässt sich in das 14. oder 15. Jh. datieren. Die jüngsten, in den
Wölbäckern enthalten Keramikbruchstücke stammen aus dieser Zeit.
Zuletzt wurde die Wüstung Tidershausen im Jahr 1465 urkundlich erwähnt
(Kühlhorn 1970).
Wölbacker Thiershausen
(M Ah, M
Al und M Bt= Parabraunerde in spätmittelalterlichem Kolluvium;
II Cv = spätglaziale Fließerde)
(Foto: H.-R. Bork)
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Das Profil am Wegrand belegt, dass die Wölbäcker
in humosem umgelagertem Löß aufgepflügt worden waren. An der Basis
der Wölbäcker liegt eine würmeiszeitliche, steinig-lehmige Fließerde
unter nur an wenigen Stellen erhaltenen, geringmächtigen Resten
der Parabraunerde, die sich bis zum Frühmittelalter in Löß gebildet
hatte. Darüber folgt das bis zu 1 m mächtige aufgepflügte grauhumose
Lößmaterial. Nach der Aufgabe des Ackerbaus hat sich in dem schwach
kalkhaltigen, lehmig-schluffigen, grauhumosen Pflughorizontmaterial
in wenig mehr als einem halben Jahrtausend unter Wald eine kräftige
Parabraunerde entwickelt.
In der jüngeren Neuzeit wurde der Wald gerodet.
In den Furchen zwischen den Wölbäckern schnitten sich während einiger
Starkregen auf der vorübergehend vegetationsarmen Oberfläche am
heutigen Forstwaldweg einige Dezimeter tiefe Rinnen ein, die rasch
mit humosem Kolluvium verfüllt wurden. Die Rillen rissen hangabwärts
tiefer ein.
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