NiedersachsenNI 2

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Teil 1]
Einleitung, Texte
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Teil 2] Lehrpfade: Niedersachsen: NI 2 = Osnabrück - Böden der Umgebung, Museum Kalkriese
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Osnabrück - Böden der Umgebung, Museumspark Kalkriese

So kommen Sie hin:

Mit dem Auto:
Den archäologischen Museumspark Kalkriese erreichen Sie, wenn Sie der A 1 in Richtung Norden bis zur Abfahrt Bramsche folgen. Von dort biegen Sie auf die B 218 in Richtung Engter ein, die direkt am Museumspark vorbeiführt.
Die Kalkgrube befindet sich in Vehrte. Vehrte liegt an der Landstraße L 109, die in ost - westlicher Richtung südlich von Kalkriese verläuft.
Sie erreichen das Moormuseum über die A 30 (Osnabrück - Rheine) bis Autobahnausfahrt Lingen (B 70). Auf der B 70 weiter in Richtung Meppen. Bis Ausfahrt Geeste auf der Landstraße über Dalum nach Groß Hesepe. Ab dort ist der Beschilderung des Emsland Moor-museums zu folgen.

 

Was ist zu sehen?

Im näheren Umkreis der Stadt Osnabrück liegen einige Standorte, die aus bodenkundlicher Sicht interessant sind.

Nördlich von Osnabrück befindet sich der archäologische Museumspark Kalkriese. Man vermutet, dass an diesem Ort die Varusschlacht des Cheruskers Hermann im Teutoburger Wald im Jahre 9 n. Chr. stattgefunden hat. In dem Museumspark können Ausgrabungen und Fundstücke der Varusschlacht besichtigt werden. Auf dem Gelände befindet sich auch ein für die Region typischer Plaggenesch. Dies ist ein Boden, der durch einen künstlichen Auftrag von Soden aufgebessert wurde.

Ebenfalls nördlich von Osnabrück befindet sich eine, in Deutschland einzigartige, Schwarzkreidegrube. Der Name ist insofern verwirrend, da es sich bei dem Material nicht um Kreide, sondern um ein völlig kalkfreies Material handelt, dass jedoch aufgrund seines hohen Kohlenstoffgehaltes schwarz gefärbt ist. Der Aufschluss befindet sich an der westlichen Stirnwand der Grube.

Nordwestlich von Osnabrück prägen ausgedehnte Moorflächen das Landschaftsbild. Ein Überblick zu deren Entstehungs- und Nutzungsgeschichte wird anschaulich im Emsland-Moormuseum in Groß-Hesepe gegeben.

Für bodenkundlich interessierte Fachgruppen werden von der Fachhochschule Osnabrück Führungen angeboten.

Im Rahmen dieser Exkursionen können auch weitere Standorte, als die hier beschriebenen besichtigt werden.

Eine genaue Beschreibung der Profile mit Analysedaten sowie Erläuterungen zu geologischen, klimatischen oder vegetativen Besonderheiten dieser Region ist dem Exkursionsführer (siehe weitere Infos und Kontakte) zu entnehmen.

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Kontakt und weitere Infos: Prof. Dr. Klaus Mueller
E-Mail:
k.mueller@fh-osnabrueck.de
oder
Dipl. Geogr. Lutz Huischen
E-Mail:
l.huischen@fh-osnabrück.de

Fachhochschule Osnabrück
Fachbereich Agrarwissenschaften
Postfach 1940
49009 Osnabrück

Unter dieser Adresse ist auch der Exkursionsführer zu erhalten.

 

Böden und Landschaft

Kalkriese:

Die Plaggenwirtschaft im Raum Kalkriese geht bis in das 13. / 14. Jahrhundert zurück. Verwendet wurden Grasplaggen aus den Niederungsgebieten nördlich des Profilstandortes, aber vermutlich auch Waldplaggen des südlich angrenzenden Kalkrieser Berges. Die Plaggen wurden als Einstreumaterial in Stallungen genutzt und anschließend auf die relativ nährstoffarmen Standorte ausgebracht. Ziel war die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit.

Schwarz-Kreidegrube:

Vor ca. 180 Mio. Jahren drang von Norden das Meer in das heutige Osnabrücker Bergland vor. Es bildete sich ein relativ flaches Meer, in dem sich feine Tonpartikel und Meereslebewesen ablagerten. Die herabsinkenden organischen Stoffe wurden am Meeresboden nicht mehr oxidativ abgebaut, sondern verwesen unvollständig. Dabei entsteht gleichzeitig der für höhere Lebewesen giftige Schwefelwasserstoff, und es werden vergleichsweise große Mengen an Schwermetallen als Sulfide gefällt und in die Sedimente eingebaut. Im Laufe von Jahrmillionen verfestigte sich das aus Fäulnisstoffen, Tonen, Schluffen und kalkhaltigen Bestandteilen zusammengesetzte Sediment diagenetisch und wurde zu Ölschiefer.

Emsland-Moormuseum:

Das Emsland ist eiszeitlich geprägt. Mehrfache Eisvorschübe lagerten nach ihrem Rückzug Gletschermaterialien ab. Während der letzten Vereisung war das Gebiet Vorgletscherraum mit den dafür charakteristischen Prozessen, wie Sandauswaschungen und Auswehungen von Sanden oder feinkörnigen Materialien des Gletschers.

Mit dem Rückzug der Gletscher stieg der Meeresspiegel und mit dem damit einhergehenden stärkeren Einfluss maritimer Luftmassen waren die Voraussetzungen für eine Versumpfung und Vermoorung der Böden gegeben. Diese Vorgänge prägen auch die heute zu besichtigenden Böden dieser Region.

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Reiseführer - Zu den Böden Deutschlands Erstellt: 18.06.2001; Letzte Aktualisierung: 29.06.2001 © Umweltbundesamt, Berlin