Was ist zu sehen?
Im Rahmen der Demonstration
einer bodenkundlichen Musterkartierung wurden 16
Bodenprofile unter agroindustrieller,
kleinbäuerlicher, gartenbaulicher und
forstlicher Nutzung untersucht. Der Einfluss
unterschiedlicher Nutzung auf den Boden sollte so
dokumentiert werden.
Als Leitbodenform auf
zweischichtigem Substrat (Geschiebedecksand über
Geschiebelehm/Geschiebemergel) ist Braunerde
über Lessivé ausgebildet. Dieser Bodentyp
besitzt folgende typische Horizontfolge:
Ah/Bv/(Ael/)Ael+Bt/Bt/elC, wobei Ah/Bv/(Ael) und
ist insgesamt > 40 cm mächtig.
Abb. 1: Lessive-Braunerde

Quelle: Peter
Kühn
In Abb. 1 sind zahlreiche
typische Merkmale dieses Bodentyps erkennen. Da
der Geschiebemergel nicht aufgeschlossen ist,
fehlt allerdings der elC-Horizont. Aus der
Laubstreu entwickelte sich durch ein aktives
Bodenleben ein etwa 12 cm mächtiger Ah-Horizont
mit diffus wellig verlaufender Untergrenze.
Silikatverwitterung führte zu einer
Eisenoxidfreisetzung (Verbraunung) und auch zu
einer Tonmineralneubildung, wodurch in der Regel
in den Bv-Horizonten etwa 3 % mehr Ton vorhanden
ist als in den darunter liegenden Ael-Horizonten.
Aus den fahl gefärbten Ael-Horizonten wurden
durch den abwärts gerichteten Bodenwasserstrom
Tonminerale und Eisenoxide ausgewaschen, die im
tiefer liegenden Bt-Horizont angereichert wurden.
Im Dünnschliffbild (Abb. 2) kleidet
eingewaschener Ton als Tonhäutchen die
Porenwände in typischer Ausprägung aus.
Aufgrund der insgesamt geringen Ton- und hohen
Sandanteile (ca. 60 %) ist die
Austauschkapazität geringer als bei den
Abb 2: Dünnschliffbild aus
dem Bt-Horizont

Schwarze Flächen
= Hohlräume; Goldbraune Flächen = eingewachener
Ton in typischer Lage am Rande der Hohlräume,
der sich in sich eine Mikrobänderung zeigt;
blaugraue Flächen = Quarze und Feldspäte
(Balken = 100mm)
Lessivés z.B. der
Bördelandschaften. Der pH-Wert ist hier bei den
Waldböden auf den Wert 3,5 gefallen, während
auf dem Acker und in den Gartenböden der pH-Wert
durch Aufkalkung bei etwa 6,5 liegt. Durch die
starke Versauerung ist auch die mikrobielle
Aktivität gering. Die starke Durchwurzelung
unter Wald bedingt günstige bodenphysikalische
Eigenschaften wie geringe Bodendichten, gute
Durchlüftung und Wasserleitfähigkeit durch eine
große Anzahl grober Poren (> 50 µm).
Geringmächtigere Ah+Bv-Horizonte (< 40 cm)
führen zur Ausbildung der nächsten
Leitbodenform des Gebiets: Braunerde-Lessivé.
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