Mecklenburg-VorpommernMV 7

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Teil 1] Einleitung, Texte
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Teil 2] Lehrpfade: Mecklenburg-Vorpommern: MV 7 = Demmin - Groß Methling
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Demmin - Groß Methling

So kommen Sie hin:

Das Bodenprofil liegt im Darguner Wald („Mecklenburger Schweiz“) etwa 10 m neben der Verbindungsstraße (Plattenweg) zwischen Groß Methling und Brudersdorf. Das Profil ist ständig zugänglich.

 

Was ist zu sehen?

Im Rahmen der Demonstration einer bodenkundlichen Musterkartierung wurden 16 Bodenprofile unter agroindustrieller, kleinbäuerlicher, gartenbaulicher und forstlicher Nutzung untersucht. Der Einfluss unterschiedlicher Nutzung auf den Boden sollte so dokumentiert werden.

Als Leitbodenform auf zweischichtigem Substrat (Geschiebedecksand über Geschiebelehm/Geschiebemergel) ist Braunerde über Lessivé ausgebildet. Dieser Bodentyp besitzt folgende typische Horizontfolge: Ah/Bv/(Ael/)Ael+Bt/Bt/elC, wobei Ah/Bv/(Ael) und ist insgesamt > 40 cm mächtig.

Abb. 1: Lessive-Braunerde

Abb. 1: Lessive-Braunerde (mv7_1.jpg)

Quelle: Peter Kühn

In Abb. 1 sind zahlreiche typische Merkmale dieses Bodentyps erkennen. Da der Geschiebemergel nicht aufgeschlossen ist, fehlt allerdings der elC-Horizont. Aus der Laubstreu entwickelte sich durch ein aktives Bodenleben ein etwa 12 cm mächtiger Ah-Horizont mit diffus wellig verlaufender Untergrenze. Silikatverwitterung führte zu einer Eisenoxidfreisetzung (Verbraunung) und auch zu einer Tonmineralneubildung, wodurch in der Regel in den Bv-Horizonten etwa 3 % mehr Ton vorhanden ist als in den darunter liegenden Ael-Horizonten. Aus den fahl gefärbten Ael-Horizonten wurden durch den abwärts gerichteten Bodenwasserstrom Tonminerale und Eisenoxide ausgewaschen, die im tiefer liegenden Bt-Horizont angereichert wurden. Im Dünnschliffbild (Abb. 2) kleidet eingewaschener Ton als Tonhäutchen die Porenwände in typischer Ausprägung aus. Aufgrund der insgesamt geringen Ton- und hohen Sandanteile (ca. 60 %) ist die Austauschkapazität geringer als bei den

Abb 2: Dünnschliffbild aus dem Bt-Horizont

Abb 2: Dünnschliffbild aus dem Bt-Horizont (mv7_2.jpg)

Schwarze Flächen = Hohlräume; Goldbraune Flächen = eingewachener Ton in typischer Lage am Rande der Hohlräume, der sich in sich eine Mikrobänderung zeigt; blaugraue Flächen = Quarze und Feldspäte (Balken = 100mm)

Lessivés z.B. der Bördelandschaften. Der pH-Wert ist hier bei den Waldböden auf den Wert 3,5 gefallen, während auf dem Acker und in den Gartenböden der pH-Wert durch Aufkalkung bei etwa 6,5 liegt. Durch die starke Versauerung ist auch die mikrobielle Aktivität gering. Die starke Durchwurzelung unter Wald bedingt günstige bodenphysikalische Eigenschaften wie geringe Bodendichten, gute Durchlüftung und Wasserleitfähigkeit durch eine große Anzahl grober Poren (> 50 µm). Geringmächtigere Ah+Bv-Horizonte (< 40 cm) führen zur Ausbildung der nächsten Leitbodenform des Gebiets: Braunerde-Lessivé.

Kontakt und weitere Infos:
Auch zu temporären Aufschlüssen und Bodenprofilen bei den Autoren (Kühn, Schneider, Schröder) entweder über
Universität Trier
Abteilung Bodenkunde
Sekretariat: Tel.: (0651) 2012242

Internet: http://w3geo.uni-trier.de:8080/~w3bk/

oder Universität Greifswald, Geogr. Institut, Lehrstuhl f. Geoökologie, Sekretariat: 03834/864502

Internet: www.uni-greifswald.de/~geograph/

 

Böden und Landschaftöden und Landschaften

Der Karlshof in Groß Methling liegt nordöstlich der „Mecklenburger Schweiz“ bei Dargun auf flach welliger Grundmoräne des Mecklenburger Vorstoßes am Übergang zum Trebeltal. Es ist davon auszugehen, dass die Grundmoränenplatten seit etwa 14.000 - 15.000 Jahren eisfrei sind und deshalb schon früh im Spätglazial Verwitterungsprozesse (z.B. Entkalkung, Silikatverwitterung) zu ersten Bodenbildungen führten. Die Böden dieses Landschaftsraumes sind auf den nicht grundwasserbeeinflussten Standorten v.a. durch Verbraunung, Stauwassereinfluss (Pseudovergleyung) und Tonverlagerung (Lessivierung) gekennzeichnet. Bei den Waldstandorten kann bei einer Mächtigkeit des Ah-Horizontes von etwa 10-15 cm in Verbindung mit diffusen Horizontgrenzen davon ausgegangen werden, dass der Mensch den Boden in seiner typischen Ausprägung nur gering „gestört“ hat und diese Standorte schon längere Zeit bewaldet sind.

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Reiseführer - Zu den Böden Deutschlands Erstellt: 30.05.2001; Letzte Aktualisierung: 29.06.2001 © Umweltbundesamt, Berlin