Mecklenburg-VorpommernMV 6

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Teil 1] Einleitung, Texte
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Teil 2] Lehrpfade: Mecklenburg-Vorpommern: MV 6 = Insel Usedom - Kliffaufschluss Bansin
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Insel Usedom - Kliffaufschluss Bansin

So kommen Sie hin:

Der Kliffaufschluss befindet sich in der Nähe des Ostseebades Bansin (Insel Usedom). Er liegt etwa 300 m südlich des Leiter-Abstiegs von der mit Fahrzeug erreichbaren Gaststätte „Forsthaus Langenberg“. Dort liegt er etwa 5 – 13 m über der heutigen Strandlinie im Kliff. Die Aufschlusssituation ist nicht stabil und verändert sich in Abhängigkeit vom Kliffabtrag ständig.

 

Was ist zu sehen?

Zwischen zwei Geschiebemergelpaketen liegt in einer ehemaligen Hohlform geschichteter glazifluviatiler Beckensand. Darüber befindet sich eine feinsandig-tonige Mudde. Am Senkenrand gehen die Mudden allmählich in dunkle anmoorige Sande über. Im zentralen Teil der Senke erreicht der z.T. deformierte Torf mit 35 cm seine größte Mächtigkeit. Über dem Torf befindet sich im Senkentiefsten ein „Torf-Sand-Sumpfsediment“, über das später vom Hang her über gefrorenem Untergrund eine Zunge sandig-lehmigen Solifluktionsschutts mit z.T. großen Geschieben geflossen ist. Die Sedimentfolge wird nach oben von einer bänderartigen Wechsellagerung von grau- bis grünlichweißen Feinsanden, Schluffen und geringmächtigen Torfbändchen und von einer rezenten Kliffranddüne mit schräg geschichteten, nach oben zunehmend schichtungslosen, grauweißen Feinsanden mit fossilen und rezenten Podsolen abgeschlossen.

Kontakt und weitere Infos:

auch zu temporären Aufschlüssen und Bodenprofilen bei den Autoren (Kühn, Schneider, Schröder)
Universität Trier
Abteilung Bodenkunde

Sekretariat:
Tel.:(0651) 2012242

Internet: w3geo.uni-trier.de
:8080/~w3bk/

oder

Universität Greifswald
Geographisches Institut
Lehrstuhl f. Geoökologie
Sekretariat: Tel.: (03834) 864502

Internet: http://www.uni-greifswald.de/

 

Böden und Landschaft

Das während der „präallerödzeitlichen“ Entwicklungsphase schnell bis in das heutige zentrale Ostseebecken und darüber hinaus wegschmelzende Eis hinterließ im Gebiet eine reliefstarke und wirre Eiszerfallslandschaft mit Geschiebemergeln, Schmelzwasser- und Beckensanden sowie mit schuttbedeckten Toteisblöcken. In den kurzen Sommern tauten die Subrate nur kurz auf. Es wurden Carbonate gelöst, weggeführt und in Senken als carbonatische Silikatschluffe und –mudden wieder abgesetzt. An geschützten Stellen bildet sich die sogenannte „Pioniervegetation“ aus. Das Klima wechselte und die Vegetation wurde vielfältiger. Das Auftauen von begrabenen Toteisblöcken führte zu einer stärkeren Reliefdifferenzierung.

Die Allerödeiszeit brachte eine Erwärmung und die Bildung von Organosilikatmudden in den Hohlformen sowie zusammenhängenden Waldbeständen (Birken und Kiefern). Die Entkalkung der Substrate schreitet weiter voran. Auf Sanden findet chemische Verwitterung (Verbraunung) und auf Lehmen finden Tonverlagerungsprozesse von oben nach unten statt (Lessivierung).

Eine weitere Abkühlung (insbesondere Bodenfrost) in der jüngeren Tundrenzeit führte zu verstärktem oberflächlichen Abfluss mit einem Wiederaufleben von Bodenfließen, Bodendurchmischung infolge von Gefrieren und Auftauen, Hangabspülung und Windverwehung. Das führte zu einer Reliefangleichung. Die allerödlichen Bodenbildungen wurden wieder zerstört.

Kliffaufschluss Bansin

Kliffaufschluss Bansin (mv6_1.gif)(Gesamtansicht vom Sommer 1998, HELBIG, 1999)

Charakteristisch für das Spätglazial (vor etwa 10.000 Jahren) ist die erneute und endgültige flächenhafte Bewaldung der Platten, anfangs mit Birken und Kiefern, später mit wärmebedürftigen Gehölzen wie Haseln, schließlich auch mit Ulmen, Eichen, Linden und Buchen.

In Abhängigkeit vom Substrat finden neben der Entkalkung und Humusbildung Bodenbildungsprozesse wie Podsolierung, Lessivierung und Verbraunung statt.

Die Entwicklung der Ostsee vollzieht sich in mehreren Überflutungsetappen und erreichte in mehreren Anstiegen erst vor etwa 5.500 Jahren das heutige Meeresniveau. Zugleich werden umfangreiche Abtragungs-, Transport- und Ablagerungsprozesse wirksam, die hier schließlich zur Kliffbildung und zum Anschneiden der aufgeschlossenen Hohlform führen.

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Reiseführer - Zu den Böden Deutschlands Erstellt: 30.05.2001; Letzte Aktualisierung: 29.06.2001 © Umweltbundesamt, Berlin