| So kommen Sie hin: Der Kliffaufschluss
befindet sich in der Nähe des Ostseebades Bansin
(Insel Usedom). Er liegt etwa 300 m südlich des
Leiter-Abstiegs von der mit Fahrzeug erreichbaren
Gaststätte Forsthaus Langenberg.
Dort liegt er etwa 5 13 m über der
heutigen Strandlinie im Kliff. Die
Aufschlusssituation ist nicht stabil und
verändert sich in Abhängigkeit vom Kliffabtrag
ständig.
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Was ist zu sehen?
Zwischen zwei
Geschiebemergelpaketen liegt in einer ehemaligen
Hohlform geschichteter glazifluviatiler
Beckensand. Darüber befindet sich eine
feinsandig-tonige Mudde. Am Senkenrand gehen die
Mudden allmählich in dunkle anmoorige Sande
über. Im zentralen Teil der Senke erreicht der
z.T. deformierte Torf mit 35 cm seine größte
Mächtigkeit. Über dem Torf befindet sich im
Senkentiefsten ein
Torf-Sand-Sumpfsediment, über das
später vom Hang her über gefrorenem Untergrund
eine Zunge sandig-lehmigen Solifluktionsschutts
mit z.T. großen Geschieben geflossen ist. Die
Sedimentfolge wird nach oben von einer
bänderartigen Wechsellagerung von grau- bis
grünlichweißen Feinsanden, Schluffen und
geringmächtigen Torfbändchen und von einer
rezenten Kliffranddüne mit schräg
geschichteten, nach oben zunehmend
schichtungslosen, grauweißen Feinsanden mit
fossilen und rezenten Podsolen abgeschlossen.
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| Kontakt und weitere Infos: auch zu temporären
Aufschlüssen und Bodenprofilen bei den Autoren
(Kühn, Schneider, Schröder)
Universität Trier
Abteilung Bodenkunde
Sekretariat:
Tel.:(0651) 2012242
Internet: w3geo.uni-trier.de
:8080/~w3bk/
oder
Universität
Greifswald
Geographisches Institut
Lehrstuhl f. Geoökologie
Sekretariat: Tel.: (03834) 864502
Internet: http://www.uni-greifswald.de/
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Böden und
Landschaft
Das während der
präallerödzeitlichen
Entwicklungsphase schnell bis in das heutige
zentrale Ostseebecken und darüber hinaus
wegschmelzende Eis hinterließ im Gebiet eine
reliefstarke und wirre Eiszerfallslandschaft mit
Geschiebemergeln, Schmelzwasser- und Beckensanden
sowie mit schuttbedeckten Toteisblöcken. In den
kurzen Sommern tauten die Subrate nur kurz auf.
Es wurden Carbonate gelöst, weggeführt und in
Senken als carbonatische Silikatschluffe und
mudden wieder abgesetzt. An geschützten
Stellen bildet sich die sogenannte
Pioniervegetation aus. Das Klima
wechselte und die Vegetation wurde vielfältiger.
Das Auftauen von begrabenen Toteisblöcken
führte zu einer stärkeren
Reliefdifferenzierung.
Die Allerödeiszeit brachte
eine Erwärmung und die Bildung von
Organosilikatmudden in den Hohlformen sowie
zusammenhängenden Waldbeständen (Birken und
Kiefern). Die Entkalkung der Substrate schreitet
weiter voran. Auf Sanden findet chemische
Verwitterung (Verbraunung) und auf Lehmen finden
Tonverlagerungsprozesse von oben nach unten statt
(Lessivierung).
Eine weitere Abkühlung (insbesondere
Bodenfrost) in der jüngeren Tundrenzeit führte
zu verstärktem oberflächlichen Abfluss mit
einem Wiederaufleben von Bodenfließen,
Bodendurchmischung infolge von Gefrieren und
Auftauen, Hangabspülung und Windverwehung. Das
führte zu einer Reliefangleichung. Die
allerödlichen Bodenbildungen wurden wieder
zerstört.
Kliffaufschluss Bansin
(Gesamtansicht vom Sommer 1998,
HELBIG, 1999)
Charakteristisch für das
Spätglazial (vor etwa 10.000 Jahren) ist die
erneute und endgültige flächenhafte Bewaldung
der Platten, anfangs mit Birken und Kiefern,
später mit wärmebedürftigen Gehölzen wie
Haseln, schließlich auch mit Ulmen, Eichen,
Linden und Buchen.
In Abhängigkeit vom
Substrat finden neben der Entkalkung und
Humusbildung Bodenbildungsprozesse wie
Podsolierung, Lessivierung und Verbraunung statt.
Die Entwicklung der Ostsee
vollzieht sich in mehreren Überflutungsetappen
und erreichte in mehreren Anstiegen erst vor etwa
5.500 Jahren das heutige Meeresniveau. Zugleich
werden umfangreiche Abtragungs-, Transport- und
Ablagerungsprozesse wirksam, die hier
schließlich zur Kliffbildung und zum Anschneiden
der aufgeschlossenen Hohlform führen.

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