| So kommen
Sie hin:
Mit
dem Auto:
Jägerhof ist mit Hinweisschildern
von der B 111 zwischen Wolgast und Züssow oder von der Kreisstraße
Greifswald-Kemnitz-Katzow-Wolgast auf jeweils Kopfstein-pflasterstraßen
erreichbar. An den genannten Straßen nach Jägerhof sind Hinweisschilder
zu den einzelnen Standorten und Bodenprofilen des Lehrpfads angebracht.
Die Profile
selbst befinden sich in unterschiedlicher Entfernung von der Straße
im Wald und sind meist nur auf Trampelpfaden erreichbar. Die Profile
sind umzäunt und mit einer kleineren Erläuterungstafel versehen.
Sie sind nur von Interessenten erreichbar, die gut zu Fuß sind.
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Was ist zu sehen?
Der Lehrpfad
macht mit den Leitböden der Jungmoränenlandschaft
in Nordostdeutschland anhand von natürlichen Bodenaufschlüssen
bekannt. Die Böden werden im Gelände mit Hilfe von Schautafeln
erläutert, in Handzetteln dokumentiert und in einer Broschüre
zusammenfassend dargestellt.
Der Lehrpfad umfasst Standortketten in zwei unterschiedlichen
Landschaftstypen: (a) die ebene bis schwach wellige Sander- und
Beckensandlandschaft mit grundwassergeprägten Niederungen sowie
(b) die flachwellige bis kuppige Grundmoränenlandschaft mit eingeschnittenen
Bachtälern und mit Söllen.
Standortketten
stellen die Verbreitung und Verkettung von Standorteigenschaften
(geologisches Substrat, Boden und Bodenwasser, Relief, Vegetation,
Geländeklima usw.) dar.
Das Gebiet innerhalb
des Landschaftstyps (a) ist infolge des durchlässigen sandigen
Substrates meist bewaldet. Die Niederungen sind in die Sandplatten
eingebettet. Fehlendes Grundwasser oder ein unterschiedlich hoher
Grundwasserstand differenzieren die Standortbedingungen innerhalb
dieses Landschaftstyps stark:
Bei sehr tiefem
Grundwasserstand (> 3 m) ist allein der nährstoffarme Sand
standortprägend. Hier vermögen sich entweder Verbraunungs- oder
Podsolidierungsprozesse durchzusetzen. Nadelhölzer bilden mit
ihrer schwer zersetzbaren Streu filzige Rohhumusdecken.
Bei mittlerem
Grundwasserstand entstehen Böden, deren obere Profilteile entweder
Braun- oder Aschhorizonte sind und deren Unterböden grundwassergeprägte
Rostabsatz- und graue Gleyhorizonte sind.
Abb. 1: Hoher Grundwasserstand (Norm - Gley, Beckensand)

Hoher Grundwasserstand
in den Senken führt zur Rostfleckung bis in den humosen Oberboden
bzw. zur Akkumulation von Feuchthumus oder Torf und zur Ausbildung
von Norm-Gleyen (s. Abb. 1), Anmoor- und Moorgleyen sowie Riedfenen.
Letztere sind durch Meliorationsmaßnahmen in vererdeten Niedermoore
umgewandelt worden.
Glaziale Genese
und rezente Erosion haben das verhältnismäßig stark gegliedertes
Relief des Landschaftstyps (b) entstehen lassen. Das Gesamtgebiet
wird von eiszeitlich entstandenen und nährstoffreichen Geschiebematerial
aufgebaut. Die Standorteigenschaften sind sehr differenziert.
Auf Kuppen und an Oberhängen sind die Geschiebesedimente nur geringmächtig
oder durch Beackerung gänzlich abgetragen. Hier haben sich Braunerden
und Lessivés und Mischtypen herausgebildet (s. Abb. 2). Ausgeglichener
Wasserhaushalt und reiche Nährstoffversorgung sind für die dort
befindlichen Buchenmischwälder optimal., genau wie im Bereich
der Mittelhänge, die stärker von zirkulierenden Hangwässern
beeinflusst werden und durch Pseudogley-Braunerden geprägt sind.
An den Unterhängen
haben sich ursprünglich glazifluviatile Sande abgelagert. Bestimmend
für die Bildung der halb- und vollhydromorphen Böden ist das stark
fließende Hang- bzw. hohe Grundwasser verschiedenster Ausprägung:
Amphigley entstanden aus Lehmsubstraten, Naßgley aus Sandsubstrate
und Moorböden aus Sand-/Torfsubstraten.
Der mäandrierende
Bach schnitt sich ein und schuf eine ca. 20 m breite Aue
mit 50 cm mächtigen Auesedimenten aus denen Auegleye entstanden
ist.
Abb. 2 Fahlerde
- Braunerde, Geschiebemergel über Geschiebelehm und -mergel

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