Mecklenburg-VorpommernMV 4

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Teil 1]
Einleitung, Texte
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Teil 2] Lehrpfade: Mecklenburg-Vorpommern: MV 4 = Greifswald - Bodenlehrpfad Jägerhof
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Teil 3] EmpfehlungenSeitenende

Greifswald - Bodenlehrpfad Jägerhof

So kommen Sie hin:

Mit dem Auto:
Jägerhof ist mit Hinweisschildern von der B 111 zwischen Wolgast und Züssow oder von der Kreisstraße Greifswald-Kemnitz-Katzow-Wolgast auf jeweils Kopfstein-pflasterstraßen erreichbar. An den genannten Straßen nach Jägerhof sind Hinweisschilder zu den einzelnen Standorten und Bodenprofilen des Lehrpfads angebracht.

Die Profile selbst befinden sich in unterschiedlicher Entfernung von der Straße im Wald und sind meist nur auf Trampelpfaden erreichbar. Die Profile sind umzäunt und mit einer kleineren Erläuterungstafel versehen. Sie sind nur von Interessenten erreichbar, die gut zu Fuß sind.

 

Was ist zu sehen?

Der Lehrpfad macht mit den „Leitböden“ der Jungmoränenlandschaft in Nordostdeutschland anhand von natürlichen Bodenaufschlüssen bekannt. Die Böden werden im Gelände mit Hilfe von Schautafeln erläutert, in Handzetteln dokumentiert und in einer Broschüre zusammenfassend dargestellt.
Der Lehrpfad umfasst Standortketten in zwei unterschiedlichen Landschaftstypen: (a) die ebene bis schwach wellige Sander- und Beckensandlandschaft mit grundwassergeprägten Niederungen sowie (b) die flachwellige bis kuppige Grundmoränenlandschaft mit eingeschnittenen Bachtälern und mit Söllen.

„Standortketten“ stellen die Verbreitung und Verkettung von Standorteigenschaften (geologisches Substrat, Boden und Bodenwasser, Relief, Vegetation, Geländeklima usw.) dar.

Das Gebiet innerhalb des Landschaftstyps (a) ist infolge des durchlässigen sandigen Substrates meist bewaldet. Die Niederungen sind in die Sandplatten eingebettet. Fehlendes Grundwasser oder ein unterschiedlich hoher Grundwasserstand differenzieren die Standortbedingungen innerhalb dieses Landschaftstyps stark:

Bei sehr tiefem Grundwasserstand (> 3 m) ist allein der nährstoffarme Sand standortprägend. Hier vermögen sich entweder Verbraunungs- oder Podsolidierungsprozesse durchzusetzen. Nadelhölzer bilden mit ihrer schwer zersetzbaren Streu filzige Rohhumusdecken.

Bei mittlerem Grundwasserstand entstehen Böden, deren obere Profilteile entweder Braun- oder Aschhorizonte sind und deren Unterböden grundwassergeprägte Rostabsatz- und graue Gleyhorizonte sind.


Abb. 1: Hoher Grundwasserstand (Norm - Gley, Beckensand)

Hoher Grundwasserstand in den Senken führt zur Rostfleckung bis in den humosen Oberboden bzw. zur Akkumulation von Feuchthumus oder Torf und zur Ausbildung von Norm-Gleyen (s. Abb. 1), Anmoor- und Moorgleyen sowie Riedfenen. Letztere sind durch Meliorationsmaßnahmen in vererdeten Niedermoore umgewandelt worden.

Glaziale Genese und rezente Erosion haben das verhältnismäßig stark gegliedertes Relief des Landschaftstyps (b) entstehen lassen. Das Gesamtgebiet wird von eiszeitlich entstandenen und nährstoffreichen Geschiebematerial aufgebaut. Die Standorteigenschaften sind sehr differenziert. Auf Kuppen und an Oberhängen sind die Geschiebesedimente nur geringmächtig oder durch Beackerung gänzlich abgetragen. Hier haben sich Braunerden und Lessivés und Mischtypen herausgebildet (s. Abb. 2). Ausgeglichener Wasserhaushalt und reiche Nährstoffversorgung sind für die dort befindlichen Buchenmischwälder optimal., genau wie im Bereich der Mittelhänge, die stärker von zirkulierenden „Hangwässern“ beeinflusst werden und durch Pseudogley-Braunerden geprägt sind.

An den Unterhängen haben sich ursprünglich glazifluviatile Sande abgelagert. Bestimmend für die Bildung der halb- und vollhydromorphen Böden ist das stark fließende Hang- bzw. hohe Grundwasser verschiedenster Ausprägung: Amphigley entstanden aus Lehmsubstraten, Naßgley aus Sandsubstrate und Moorböden aus Sand-/Torfsubstraten.

Der mäandrierende Bach schnitt sich ein und schuf eine ca. 20 m breite „Aue“ mit 50 cm mächtigen Auesedimenten aus denen Auegleye entstanden ist.

Abb. 2 Fahlerde - Braunerde, Geschiebemergel über Geschiebelehm und -mergel

Kontakt und weitere Infos:
auch zu temporären Aufschlüssen und Bodenprofilen bei den Autoren (Kühn, Schneider, Schröder) entweder über
Universität Trier
Abteilung Bodenkunde

Sekretariat:
Tel.:0651/2012242

Internet: w3geo.uni-trier.de
:8080/~w3bk/

oder
Universität Greifswald, Geogr. Institut, Lehrstuhl f. Geoökologie, Sekretariat: 03834/864502

Internet: www.uni-greifswald.de
/~geograph/

 

Böden und Landschaft

Seit 1868 gibt es die Siedlung „Jägerhof“. Der umgebende Wald war ursprünglich ein artenreicher Laubmischwald, der während des Nordischen Krieges und in der Zeit der französenzischen Besetzung stark ausgeschlagen und anschließend vorzugsweise mit Kiefern aufgeforstet wurde. 1841 legte hier Oberförster Bernuth einen Pflanzgarten an, der einen bemerkenswerten Baumbestand aufweist. Hier wachsen seit 1841 auf einem Standort des Perlgras-Buchenwaldes u.a. die ersten Douglasien, die überhaupt in Deutschland eingeführt wurden. Im zeitigen Frühjahr blühen hier auch Seidelbast und Buschwindröschen.

Dieser Lehrpfad wurde erarbeitet durch die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (Geographisches Institut, Lehrstuhl Geoökologie, Leiter: Prof. Dr. Konrad Billwitz); Förderung durch: Umweltministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern; Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald; Landesamt für Forsten und Großschutzgebiete Mecklenburg-Vorpommern mit dem Forstamt Jägerhof.

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Reiseführer - Zu den Böden Deutschlands Erstellt: 30.05.2001; Letzte Aktualisierung: 29.06.2001 © Umweltbundesamt, Berlin