Mecklenburg-VorpommernMV 3

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Teil 1]
Einleitung, Texte
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Teil 2] Lehrpfade: Mecklenburg-Vorpommern: MV 3 = Greifswald-Eldena - Naturschutzgebiet „Elisenhain“
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Teil 3] EmpfehlungenSeitenende

Greifswald-Eldena - Naturschutzgebiet „Elisenhain“

So kommen Sie hin:

Mit dem Auto:
Aus Greifswald kommend, fährt man nach Wieck/Eldena und gelangt über die Hainstraße zur Gaststätte „Waldhaus“. Dort gibt es am Eingang zum Wald auch Parkmöglichkeiten.

Der Elisenhain liegt ca. 5 km südöstlich der Stadt Greifswald. Die Größe beträgt 401,7 ha.

Der Elisenhain ist ein stadtnahes Waldgebiet, das der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald gehört und ein traditionelles Exkursions- und Forschungsgebiet Greifswalder Biologen und Geographen ist.

Die Waldwege sind nicht für Rollstühle geeignet, im Frühjahr sind Gummistiefel empfehlenswert.

 

Was ist zu sehen?

Boden- und vegetationskundlich Interessierten werden auf diesem Lehrpfad die naturgesetzlichen Beziehungen zwischen geologischem Substrat, Bodenentwicklung und Vegetationsbedeckung verdeutlicht.

Dafür werden Neukartierungen der Böden durchgeführt, typische Böden erläutert und diese anhand von drei Profilen demonstriert.

Karte: Bodentypen des NSG „Elisenhain“

Karte (mv3_3.jpg)
(Quelle: Kwasniowski, 2000)

Im gesamten Waldgebiet dominieren hydromorphe Böden. In den Senken sind es vor allem Grundwasserböden wie Gleye und Niedermoore, die durch die übermäßige Entwässerung z.T. stark vererdet sind. Die Böden der flachen Grundmoränenplatten sind sowohl durch Grundwasser als auch durch Staunässe geprägt Hier treten deshalb Braunerde-Gleye und Braunerde-Amphigleye vergesellschaftet auf. Die Abb.1 (Profil E 35) stellt eine Amphigley-Braunerde dar. In der Abbildung ist die Horizontabfolge gut zu erkennen.

Im Jahresverlauf erreicht das Grundwasser im Winter und Frühjahr seinen Höchststand, um über den Sommer wieder abzusinken. Für die herbstlichen Sickerwässer, die tief in den Boden eindringen, wirken die Geschiebelehme als Staukörper. Diese Böden unterliegen Wasserspiegelschwankungen bis über 1 m. In den höhergelegenen grundwasserferneren Bereichen dominieren stauwasserbeeinflusste Lessivé-Braunerden.

Abb.1: Amphigley-Braunerde

Abb.1: Amphigley-Braunerde (mv3_1.jpg)


Die profilprägenden Prozesse sind Tonverlagerung, Pseudovergleyung und Verbraunung. Eine Besonderheit stellt ein Kalkgley-Podsol (Abb. 2) dar. Dieser Bodentyp bildete sich auf einem zweischichtigen Substrat aus: Nährstoffarme glazilimnische Sande überlagern hier einen Geschiebemergel. In der Abbildung erkennt man deutlich die durch die Podsolierung hervorgerufenen Aus- und Einwaschungshorizonte sowie den massiven Go+Bs-Horizont mit Grundwassereinfluss.

Abb.2: Kalkgley-Podsol

Abb.2: Kalkgley-Podsol (mv3_2.jpg)

Kontakt und weitere Infos:
auch zu temporären Aufschlüssen und Bodenprofilen bei den Autoren (Kühn, Schneider, Schröder) entweder über

Universität Trier
Abteilung Bodenkunde
Sekretariat:
Tel: 0651/2012242
Internet: w3geo.uni-trier.de:8080/~w3bk/

 

oder

Universität Greifswald, Geogr. Institut, Lehrstuhl f. Geoökologie, Sekretariat: 03834/864502
Internet:
http://www.uni-greifswald.de/

 

 

Böden und Landschaft

Den geologischen Aufbau des Raumes bestimmen pleistozäne Sedimente. Geschiebemergel überlagert kreide-zeitliche Sedimente. Der Mecklenburger Vorstoß des Pommerschen Stadiums der Weichsel-Eiszeit hinterließ eine ebene bis flach-wellige Grundmoränenlandschaft. In klein-flächiger Senke kamen glazifluviatile Sande zur Ablagerung, die ihrerseits wieder von Mudden und Torfen überlagert werden. Der sandig bis schluffige Geschiebemergel wird in den nicht grundwasserbeeinflussten Bereichen von geringmächtigen sandigen Bildungen überdeckt. Diese Schicht bildete sich wahrscheinlich im Spätglazial heraus, sie wird als Geschiebedecksand bezeichnet.

Geschichte der Landnutzung

Das heutige Waldgebiet wurde schon früh von Menschen besiedelt. Humus- und nährstoffreiche Abtragungs-materialien an Mittel- und Unterhängen in den höher gelegenen Teilen des heutigen Waldgebietes deuten auf eine temporäre Ackernutzung hin. Auch die Slawen hinterließen ihre Spuren (Burgwälle). Später gehörte das Waldgebiet 300 Jahre dem Kloster Eldena.

Die schwedischen Landesaufnahme von 1697 zeigt das Waldgebiet bereits in seinen heutigen Umrissen. Der Wald wurde zur Holzgewinnung, zur Kohleherstellung und als Schweineweide genutzt. Die preußische Forstwirtschaft schaffte 1826 die Waldweide ab und überführte den Wald ab 1886 in einen „Hochwald".

In dieser Zeit wurde auch der Hauptteil des umfangreichen Grabensystems angelegt. Starke Veränderungen im Wasserhaushalt und in der Vegetationsausprägung waren die Folge.

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Reiseführer - Zu den Böden Deutschlands Erstellt: 30.05.2001; Letzte Aktualisierung: 29.06.2001 © Umweltbundesamt, Berlin