Mecklenburg-VorpommernMV 2

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Teil 1]
Einleitung, Texte
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Teil 2] Lehrpfade: Mecklenburg-Vorpommern: MV 2 Rostock - Graal-Müritz: Podsol auf Sandersand
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Teil 3] EmpfehlungenSeitenende

Rostock - Graal-Müritz: Podsol auf Sandersand

So kommen Sie hin:

Mit dem Auto:
Von Rostock kommend mit dem Auto in Richtung Graal-Müritz. Unmittelbar hinter dem Ortsschild Torfbrücke links abbiegen zu dem Campingplatz ”Ostseecamp und Ferienpark”. Am Ende der Straße (bevor es rechts zur Toreinfahrt des Campingplatzes geht) befindet sich rechter Hand ein großer Parkplatz, wo der PKW abgestellt werden kann.

In Fortsetzung des Anfahrtweges führt ein Waldweg ca. 200 m zuletzt durch die Dünen zum Strand. Wendet man sich am Strand nach links, so erblickt man nach ca. 200 m am ”Gelben Ufer” die ersten Podsole, die an Intensität und Mächtigkeit weiter den Strand entlang noch zunehmen.

 

Was ist zu sehen?

Der geringe Abbau der Streu durch die Bodenorganismen spiegelt sich in einer anzutreffenden Auflage unzersetzten bis wenig zersetzten organischen Materials (L-Of-Oh) wider.

Die Streu sammelt sich auf dem Boden anstatt wie bei fruchtbaren Böden rasch abgebaut zu werden. Auf den darunter liegenden, geringmächtigen bis ganz fehlenden humosen Oberbodenhorizont (Ah) folgt der gräuliche bis weiße Auswaschungs- oder ”Eluviations-”horizont (Ae).

Hier wurden die verlagerbaren Huminstoffe durch Niederschlagswasser ausgewaschen und haben dabei zusätzlich die natürlichen Eisenoxide an sich gebunden (komplexiert) und mit wegtransportiert. Die Huminstoffe färben den Boden schwarz, die Oxide rötlich-braun. Diese Substanzen sind weiter unten im Profil wiederzufinden, wohin sie verlagert wurden. Die Huminstoffe sind in dem tief schwarzen, stark welligen Horizont (Bh) angereichert, der von dem darunterliegenden rostroten Bereich (Bs) getrennt ist, in dem sich die Eisenoxide wiederfinden.

Die Anreicherung kann soweit gehen, dass die Oxide die Sandkörner umhüllen und miteinander verkitten, so dass alles zu Stein verhärtet.

Dieser so genannte Ortstein wurde in früheren Jahrhunderten in anderen Regionen z. T. als Eisenerz abgebaut und verhüttet. In der Tiefe findet sich schließlich der mehr oder weniger unveränderte ursprüngliche Sande (ilCv). In die Bodenaufschlüsse hinein haben zahlreiche Uferschwalben ihre Nisthöhlen gebaut.

Kontakt und weitere Infos:
Dr. Petra Kahle
Dr. Sören Thiele
Institut f. Bodenkunde
Universität Rostock
Justus-v.-Liebig-Weg 6
18051 Rostock
 

Böden und Landschaft

Wer etwas einsamere Strände sucht und zudem noch bodenkundlich interessiert ist, dem sei ein Ausflug an die Ostsee bei Graal-Müritz empfohlen. Hinter dem Strand beginnt die ausgedehnte Rostocker Heide, die durch Sandersande geprägt ist, welche im Zuge der letzten Eiszeiten hier abgelagert wurden. Darauf haben sich z. T. mächtige Podsole gebildet, die an dem kleinen Abbruchufer unmittelbar am Strand auf natürliche Weise für den Betrachter aufgeschlossen sind.

Die Bodenhorizonte der Podsole stechen durch ihre intensive Färbung deutlich hervor. Weiß, schwarz und rostrot kontrastieren miteinander. Motor für diese Bodenbildung sind die durch die Bodenmikroorganismen gebildeten besonderen Huminstoffe.

Während die organischen Bodensubstanzen üblicherweise große, stabile Moleküle sind, entstehen unter den besonderen Bedingungen an diesem Ort nur kleine und durch Wasser verlagerbare Huminstoffe. Ursächlich sind die für die Bodenorganismen ungünstigen Lebensbedingungen, der Quarzsand als nährstoffarmes und saures Gestein sowie die Nadelwaldvegetation, die eine nur schwer abbaubare Streu liefert.

Podsol auf Sandersand mit Uferschwalben-Nisthöhlen, Graal-Müritz

Podsol auf Sandersand mit Uferschwalben-Nisthöhlen, Graal-Müritz (mv2_1.jpg)

(Foto: P. Menning)

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Reiseführer - Zu den Böden Deutschlands Erstellt: 30.05.2001; Letzte Aktualisierung: 29.06.2001 © Umweltbundesamt, Berlin