Mecklenburg-VorpommernMV 1

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Teil 1] Einleitung, Texte
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Teil 2] Lehrpfade: Mecklenburg-Vorpommern: MV1 Rügen - Königsstuhl: Rendzina auf Kreide
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Teil 3] EmpfehlungenSeitenende

Rügen - Königsstuhl: Rendzina auf Kreide

So kommen Sie hin:

Mit dem Auto:
Busse und Autos müssen auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz bei Hagen abgestellt werden. Von dort verkehrt ein Pendelbus zum Königsstuhl.

Zu Fuß oder per Fahrrad kommt man so bis zum Parkplatz unmittelbar am Königsstuhl.

Vor dem Zugang zum Aussichtspunkt stehen linker Hand Schautafeln, welche die Entstehungsgeschichte und Eigenarten der Kreidefelsen anschaulich vermitteln.

Rechter Hand beginnt der Abstiegspfad zum Strand. Nach ca. 200 m erreicht man den Bodenaufschluss, der in den Hang gegraben wurde. Der weitere Abstieg zum Strand und die dortige Sicht auf die Kreidefelsen mit ihren bänderartigen Einschlüssen von Feuersteinen ist lohnend aber nicht ganz leicht (zahlreiche Treppenstufen).

 

Was ist zu sehen?Foto: P. Menning (mv1_1.jpg)

Weiß leuchtet die Kreide, ein Kalkgestein, aus dem dieser Boden entstanden ist. Davon hebt sich der tief dunkle, mächtige Oberboden deutlich ab. Damit besteht dieses Bodenprofil aus nur zwei Horizonten, dem humosen A-Horizont (Ah) und dem darunterliegenden, festen Kalkgestein (cmC).

Der A- Horizont zeichnet sich durch einen sehr hohen Humusgehalt aus (daher die dunkle Farbe), während der Kalk aus der Kreide dafür sorgt, dass der pH-Wert des Bodens in dem für Bodenlebewesen und Pflanzen angenehmen neutralen Bereich bleibt.

Da zudem aus der ganz natürlich verwitternden Kreide Nährstoffe freigesetzt werden, wird dies durch ein sehr reges Bodenleben belohnt. Ein schier undurchdringliches Wurzelgeflecht zeugt hiervon. Wer sich nicht scheut etwas von dem dunklen Boden in die Hand zu nehmen, wird feststellen, dass aus der Kreide ein wunderbar krümeliger, lockerer Boden entstanden ist.

(Foto: P. Menning)

Kontakt und weitere Infos:

Dr. Petra Kahle
Dr. Sören Thiele
Institut f. Bodenkunde
Universität Rostock
Justus-v.-Liebig-Weg 6
18051 Rostock

 

Böden und Landschaft

Ein Besuch auf der Ostseeinsel Rügen führt meist auch zum Königsstuhl, dem weithin bekannten Kreidefelsen, der sich 117 m über die Ostsee erhebt. Dieser Besuch kann durch einen Spaziergang, der auch zu einem bodenkundlichen Aufschluss führt, bereichert werden. Direkt an dem Treppenweg, der sich den steilen Abhang zum Strand herunter windet, wurde ein für dieses Gestein typisches Bodenprofil aufgegraben.

Einer Nutzung dieses sehr fruchtbaren Bodens steht aber das an diesem Ort augenscheinliche – und beim Wiederaufstieg vom Strand deutlich spürbare – steile Gefälle des Hanges entgegen. Erosion würde jeden Versuch, den Wald zu roden und dort Ackerpflanzen anzubauen, sofort zunichte machen, indem der wertvolle Oberboden unwiederbringlich hinfort geschwemmt würde. Denn das besondere an Böden aus Kalkstein ist, dass sie nicht aus dem Kalk bestehen. Dieser wird nämlich bei der Gesteinsverwitterung aufgelöst.

Bodenbildend sind hingegen nur die wenigen silikatischen ”Verschmutzungen” im Kalk, ca. 10 Prozent. Das bedeutet, dass 1 m Kreide aufgelöst werden muss, damit aus den Rückständen 10 cm Boden entstehen können; ein Prozess, der Jahrhunderte in Anspruch nimmt.

Damit wird in besonderer Weise die Schutzwürdigkeit nicht nur dieser einmaligen Landschaft der Kreidefelsen, sondern auch ihrer Böden unterstrichen, die in der Einrichtung des Nationalparks Jasmund manifestiert wurde.

Rendzina auf Kreide mit Feuersteinbändern, Stubbenkammer, Rügen. Das Foto zeigt nicht das beschriebene Profil, sondern wurde unmittelbar am Strand aufgenommen

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Webmaster Reiseführer
rbd/mv1.htm
(Internet-Version)
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Reiseführer - Zu den Böden Deutschlands Erstellt: 30.05.2001; Letzte Aktualisierung: 29.06.2001 © Umweltbundesamt, Berlin