| So kommen Sie hin: Mit dem Auto:
Busse und Autos müssen auf dem
gebührenpflichtigen Parkplatz bei Hagen
abgestellt werden. Von dort verkehrt ein
Pendelbus zum Königsstuhl.
Zu Fuß oder per
Fahrrad kommt man so bis zum Parkplatz
unmittelbar am Königsstuhl.
Vor dem Zugang zum
Aussichtspunkt stehen linker Hand Schautafeln,
welche die Entstehungsgeschichte und Eigenarten
der Kreidefelsen anschaulich vermitteln.
Rechter Hand
beginnt der Abstiegspfad zum Strand. Nach ca. 200
m erreicht man den Bodenaufschluss, der in den
Hang gegraben wurde. Der weitere Abstieg zum
Strand und die dortige Sicht auf die Kreidefelsen
mit ihren bänderartigen Einschlüssen von
Feuersteinen ist lohnend aber nicht ganz leicht
(zahlreiche Treppenstufen).
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Was ist zu sehen?
Weiß leuchtet die Kreide,
ein Kalkgestein, aus dem dieser Boden entstanden
ist. Davon hebt sich der tief dunkle, mächtige
Oberboden deutlich ab. Damit besteht dieses
Bodenprofil aus nur zwei Horizonten, dem humosen
A-Horizont (Ah) und dem darunterliegenden, festen
Kalkgestein (cmC).
Der A- Horizont zeichnet
sich durch einen sehr hohen Humusgehalt aus
(daher die dunkle Farbe), während der Kalk aus
der Kreide dafür sorgt, dass der pH-Wert des
Bodens in dem für Bodenlebewesen und Pflanzen
angenehmen neutralen Bereich bleibt.
Da zudem aus der ganz
natürlich verwitternden Kreide Nährstoffe
freigesetzt werden, wird dies durch ein sehr
reges Bodenleben belohnt. Ein schier
undurchdringliches Wurzelgeflecht zeugt hiervon.
Wer sich nicht scheut etwas von dem dunklen Boden
in die Hand zu nehmen, wird feststellen, dass aus
der Kreide ein wunderbar krümeliger, lockerer
Boden entstanden ist.
(Foto:
P. Menning)
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| Kontakt und weitere Infos: Dr. Petra Kahle
Dr. Sören Thiele
Institut f. Bodenkunde
Universität Rostock
Justus-v.-Liebig-Weg 6
18051 Rostock
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Böden und Landschaft
Ein Besuch auf der
Ostseeinsel Rügen führt meist auch zum
Königsstuhl, dem weithin bekannten Kreidefelsen,
der sich 117 m über die Ostsee erhebt. Dieser
Besuch kann durch einen Spaziergang, der auch zu
einem bodenkundlichen Aufschluss führt,
bereichert werden. Direkt an dem Treppenweg, der
sich den steilen Abhang zum Strand herunter
windet, wurde ein für dieses Gestein typisches
Bodenprofil aufgegraben.
Einer Nutzung dieses sehr
fruchtbaren Bodens steht aber das an diesem Ort
augenscheinliche und beim Wiederaufstieg
vom Strand deutlich spürbare steile
Gefälle des Hanges entgegen. Erosion würde
jeden Versuch, den Wald zu roden und dort
Ackerpflanzen anzubauen, sofort zunichte machen,
indem der wertvolle Oberboden unwiederbringlich
hinfort geschwemmt würde. Denn das besondere an
Böden aus Kalkstein ist, dass sie nicht aus dem
Kalk bestehen. Dieser wird nämlich bei der
Gesteinsverwitterung aufgelöst.
Bodenbildend sind hingegen
nur die wenigen silikatischen
Verschmutzungen im Kalk, ca. 10
Prozent. Das bedeutet, dass 1 m Kreide aufgelöst
werden muss, damit aus den Rückständen 10 cm
Boden entstehen können; ein Prozess, der
Jahrhunderte in Anspruch nimmt.
Damit wird in besonderer
Weise die Schutzwürdigkeit nicht nur dieser
einmaligen Landschaft der Kreidefelsen, sondern
auch ihrer Böden unterstrichen, die in der
Einrichtung des Nationalparks Jasmund
manifestiert wurde.
Rendzina auf Kreide mit
Feuersteinbändern, Stubbenkammer, Rügen. Das
Foto zeigt nicht das beschriebene Profil, sondern
wurde unmittelbar am Strand aufgenommen
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