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Teil 1]
Einleitung, Texte: Glossar
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Glossar

A

   
Ablation   Abschmelzen von Gletschern
äolisch   Oberbegriff für Windtransport und –ablagerung
Aufschluss   Schürfgrube, die zur vollständigen Beschreibung und Beprobung aller Horizonte eines Bodenprofils aufgegraben wird.
Austauschkapazität   Summe der austauschbaren Kationen (positiv geladene Teilchen) oder Anionen (negativ geladene Teilchen) in 100 g Bodensubstanz


B

   
Bodenart   Korngrößenzusammensetzung des mineralischen Bodenmaterials nach den prozentualen Anteil der drei Kornfraktionen Sand, Schluff und Ton
Bodenhorizont   annähernd parallel zur Bodenoberfläche verlaufende, durch Prozesse der Bodenbildung entstandene und nahezu einheitlich ausgebildete Bereiche des Bodens
Bohrstock   Gerät zur Entnahme von Boden- und Gesteinsproben
Braunerde   Böden mit braungefärbtem Unterboden (Bv-Horizont) durch Freisetzung von Eisenoxiden bei der Silikatverwitterung, siehe auch Verbraunung


C

   
Catena   (lat. Kette) räumliche Abfolge und räumliche Verteilung entstehungsgeschichtlich verwandter Bodenprofile bzw. Landschaftstypen in einem Areal


D

   
Devon   geologische Formation des Erdzeitalters Paläozoikum vor 408-360 Mill. Jahren
diagenetisch   Umwandlung lockerer Sedimente in feste Gesteine und deren weitere Veränderung durch mechanische oder chemische Vorgänge unter Einwirkung von Druck, Temperatur und/oder Porenwasser


E

   
Endmoräne   Aufschüttung durch Gletscher, die mit nahezu gleicher Geschwindigkeit an der Basis neu gebildet wurden und am Gletscherfuß abtauten
Erosion   durch Eingriffe des Menschen ermöglichte und durch erosive Niederschläge oder erosiven Wind ausgelösten Prozesse der Ablösung, des Transportes und der Ablagerung/Akkumulation von Bodenpartikeln


F

   
Fahlerde   Parabraunerde mit sehr starker Tonverlagerung und anschließender Versauerung. Dadurch entsteht unter dem Humushorizont ein „fahler„ Horizont. . Die Fahlerde gehört zur Bodenklasse der Lessivés
Fließerde   Gelisolifluktionsdecke, die durch das sommerliche Auftauen von Boden auf dauerhaft gefrorenem Untergrund schon bei geringem Gefälle ins Fließen gerät
Flugsand   äolisches Sediment mit einem Sandanteil von mehr als75 Masse %.


G

   
Geschiebe   durch Gletscher oder Inlandeis transportierte und dabei abgeschliffene Gesteinstrümmer, die in Moränen (siehe Grundmoräne, Endmoräne) abgelagert werden
Geschiebelehm   lehmiges entkalktes Material mit Steinen und Blöcken (Geschiebe), das vom Gletscher abgelagert wurde
Geschiebemergel   wie Geschiebelehm, nur kalkhaltig
glaziale Genese   siehe Grundmoräne, Endmoräne, Sander, Urstromtal
glazifluviatil   geschichtete Sedimentation des Eisschmelzwassers mit unterschiedlicher Korngrößenzusammensetzung
glazilimnisch   Sedimentbildung durch Schmelzwasser von Gletschereis. Es entstehen dabei charakteristische Sedimente, wie z.B. Bänderton.
Gley   von oberflächennahem Grundwasser geprägter Boden, siehe auch Vergleyung
Grundmoräne   Aufschüttung durch Gletscher, bei denen die Abtauungsprozesse überwogen haben und die sich somit zurückgezogen haben


H

   
Horizont   Siehe Bodenhorizont
Humus   Ergebnis stetiger Ab-/Um- und Aufbauprozesse von abgestorbenen organischen Materialien (besitzt einen „inerten„ (unbeeinflußbaren) und einen „labilen„ Anteil)
hydromorph   Böden, bei deren Dynamik die Grundwasser- und/oder Staunässemerkmale von ausschlaggebender Bedeutung sind.
     

I

   
    -


J

   
    -


K

   
Keuper   Abteilung der Erdformation Trias des Erdzeitalters Mesozoikum vor 205 – 195 Mill. Jahren.
Kolluvisol   Boden mit einem durch Wasser-, Winderosion oder menschlichen Eingriffen bedingten humosen Umlagerungshorizont
Kolluvium   Bei überwiegend flächenhafter Erosion abgetragenes und am Fuß des Hanges wieder abgelagertes Bodenmaterial


L

   
Latosol   Boden des tropischen Klimas mit Wechsel von heiß-feuchtem und trocknen Perioden; entstanden aus unterschiedlichen Silikatgesteinen durch Wegführung von Silikatverbindungen bei hoher Temperatur und Wasserüberschuss
Lehm   Korngrößengemisch aus allen drei Korngrößenklassen Sand (0,063-2 mm), Schluff (0,002 - 0,063 mm) und Ton (< 2 µm) (auch „Dreikorngemenge„)
Lessivé   siehe Parabraunerde. Bodenklasse zu der Braunerden und Falherden gehören
Lessivierung   Abwärtsverlagerung von Tonbestandteilen in einem Boden unter wechselfeuchten Bedingungen
Löß   Windtransportiertes eiszeitliches, kalkhaltiges Material mit einer Korngröße von 0,002 - 0,063 mm.


M

   
Mergel   kalkhaltiger Lehm mit 20 - 40 % Ton
Morphologie   äußere Gestalt / Form, z. B. Oberflächenformen der Erde
Mudde   feinkörniges Sediment mit einem hohen Anteil an organischem Material, das unter weitgehendem Sauerstoffabschluss fault


N

   
    -


O

   
    -


P

   
Parabraunerde   Bodentyp, für den eine mechanische Verlagerung von Tonteilchen ohne vorherige Mineralisierung (Zersetzung) vom Oberboden in den Unterboden, der zumeist aus Löß besteht, charakteristisch ist
Pararendzina   Bodentyp, entstanden auf kalkreichem Silikatgestein oder Lockergesteinen ohne Anreicherungshorizont
Pelosol   Boden, der sich aus primär tonreichem Ausgangsgestein entwickelt
Plaggen   Boden, der durch den Auftrag von ortsfernen Gras- oder Heidestücken künstlich verbessert wurde.
Pleistozän   unterste Abteilung der Erdformation Quartär des Erdzeitalters Känozoikum vor 1,5 – 0,16 Mill. Jahren
Podsol   Bodentyp mit deutlicher Eisen- und Humusverarmung (Ausbleichung) im Oberboden und entsprechende Anreicherung im Unterboden durch Eisenfreisetzung bei der Silikatverwitterung, siehe auch Podsolierung
Podsolierung   Beinhaltet die Umlagerung metallorganischer Verbindungen durch perkolierendes (durchfließendes) Wasser aus dem Ober- in den Unterboden. Findet besonders bei mangelhafter Zersetzung der organischen Substanz infolge Nährstoff- oder Wärmemangels sowie relativ geringer Gehalte mobilen Eisens.
Pseudogley   Bodentyp, der durch den Wechsel von Staunässe und Austrocknung entsteht und dadurch eine charakteristische fahlgraue und rostfarbene Marmorierung besitzt. Siehe auch Vergleyung
Pseudovergleyung   Umlagerung gelöster metallorganischer Verbindungen oder reduzierter Fe2+- und Mn2+-Ionen durch gestautes Wasser. Lösung und Bewegung erfolgen unter Sauerstoffmangel und bewirken eine Bleichung. In Zonen höherer Sauerstoffgehalte erfolgt dann die Bildung von Fe/Mn Oxiden in Form von Rostflecken und/oder Zusammenballungen (Konkrektionen). Bleich- und Rostzonen liegen meist nur wenige mm - cm auseinander. Ursache des Wasserstaus sind hohe Niederschläge sowie ein durch tonreiches, dicht lagerndes Gestein oder durch Tonverlagerung entstandener Tonkörper (siehe Lessivierung)


Q

   
Quartär   geologische Formation des Erdzeitalters Känozoikums vor 1,5–0,01 Mill. Jahren


R

   
Ranker   Rohbodentyp, der sich aus karbonatfreiem Gestein entwickelt hat und einen Humusanreicherungshorizont besitzt
Reduktosol   Boden, bei denen einige Bodenhorizonte durch reduzierende Gase entstanden sind
Regosol   Rohbodentyp mit humosen Oberboden (Ah-Horizont) über lockerem Ausgangsmaterial
Rendzina   meist flachgründiger Bodentyp (Rohboden), der aus kalk- oder sehr karbonathaltigen Gesteinen hervorgegangen ist


S

   
Sand   Hauptfraktion im Feinboden mit einer Korngröße von 0,063 - 2mm
Sander   keilförmige Fläche, die beim Abtauen eines Gletschers durch die abfließenden Wässer gebildet worden ist. Entsprechend ihrer Entfernung vom Eisrand wurden durch die Schmelzwasserabflüsse gut sortierte Schotter und Sande abgelagert
Schiefer   alle Gesteine, die sich leicht in dünne, ebene Platten spalten lassen. Die Spaltbarkeit ist diagenetisch bedingt
Schluff   Hauptfraktion des Feinbodens mit einer Korngröße von 0,002 - 0,063 mm
Schwarzerde   im kontinentalen Steppen- und Waldsteppenklima vor allem aus Löß entstandener Boden mit einem mächtigen Humus-Horizont, der durch das Zusammenwirken von Witterungsverlauf, Steppenvegetation und Tätigkeit von Bodenorganismen entstanden ist
Schwemmfächer   fächerartige Ablagerungsform von meist linienhaft zugeführtem Bodenmaterial, vor allem aufgrund des abnehmenden Gefälles und damit nachlassender Transportkraft des Wassers
Silikate   wichtigste primäre Minerale der Magmatite, aus denen durch Verwitterung sekundäre Neubildungen entstehen können und mineralische Nährstoffe freigesetzt werden
Soden   herausgestochene Bodenstücke aus der obersten humosen Bodenschicht mit Bewuchs
Solifluktion   Fließbewegung und Umlagerung von wassergesättigtem Boden hangabwärts. Ausgelöst wird diese Bewegung durch den Wechsel von Gefrieren und Auftauen von Boden über dauerhaft gefrorenem Untergrund
Substrat   das Material, dass zu Beginn der Bodenbildung an der Geländeoberfläche angestanden hat


T

   
Tertiär   geologische Formation des Erdzeitalters Känozoikums vor 70-1,5 Mill. Jahren
Terra fusca   Boden mit einem meist geringmächtigen, humosen Oberboden gefolgt von einem tonreichen, gelblich- oder rötlich-braunen Horizont mit feinpolyedrischem Gefüge über einem carbonathaltigen Ausgangsgestein
Ton   Hauptfraktion im Feinboden mit einer Korngröße von < 2 µm
Torf   biologisch: Humusform der Moore als Bodenauflage aus wenig zersetzten, konservierten Pflanzenresten. bergmännisch: Ein meist nacheiszeitliches organogenes Gestein mit einem Anteil von mindestens 30 % organischer Substanz in der Trockenmasse
Tonminerale   blättchenförmige Minerale mit unterschiedlichem Schichtaufbau (Zweischicht-, Dreischichttonminerale), die erst durch den Prozess der Verwitterung (hier: chemische V. mit Hilfe der Hydrolyse) z. B. aus Silikatgesteinen entstehen. Durch ihre Fähigkeit, an freien Ladungsplätzen Ionen austauschbar zu binden, sind sie für die Nährstoffversorgung von Böden sehr wichtig
Treposol   Boden, der durch einen Tiefenpflug umgebrochen worden ist (Tiefenumbruchboden)
Tschernosem   s. Schwarzerde


U

   
Urstromtäler   Täler, durch die Gletscherwasser in die Meere abgeflossen ist


V

   
Vergleyung   Umlagerung gelösten Eisens und Mangans durch in Kapillaren aufsteigendes Grundwasser aus dem Unter- in den Oberboden. Voraussetzungen sind im Grundwasserbereich Sauerstoffarmut, Reichtum an Reduktoren und mobilisierbare Fe- und Mn-Verbindungen. Im Oberboden müssen luftgefüllte Hohlräume vorhanden sein
Verlehmung / Verbraunung   dieser Prozess beinhaltet die Bildung von Tonmineralen und Eisenoxiden. Er ist eng mit der Verwitterung der Silikatminerale verknüpft und bewirkt mit dieser die Umformung des Ausgangsgesteins in einen tonhaltigen bzw. tonreicheren, braun gefärbten Boden.
Verwitterung   die Zerkleinerung, Lösung oder Mineralumwandlung von Gesteinen an der Erdoberfläche. Es werden die physikalische (z. B. Frostsprengung), chemische (z. B. Hydrolyse) und biologische (mit Hilfe von z. B. Pflanzenausscheidungen) V. unterschieden


W

   
Wüstungen   aufgegebene ländliche Siedlungen oder landwirtschaftliche Flure


X

   
    -


Y

   
    -


Z

   
    -

 

 

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Reiseführer - Zu den Böden Deutschlands Erstellt: 30.05.2001; Letzte Aktualisierung: 22.06.2001 © Umweltbundesamt, Berlin