BrandenburgBB 1

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Teil 1] Einleitung, Texte
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Teil 2] Lehrpfade: Brandenburg: BB 1 =Eberswalde - Bodenlehrpfad Chorin-Weinberg
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Teil 3] EmpfehlungenSeitenende

Eberswalde - Bodenlehrpfad Chorin-Weinberg

So kommen Sie hin:

Mit Bus und Bahn:
Unmittelbar gegenüber dem Kloster Chorin, bequem mit dem Bus 912 (Haltestelle Kloster Chorin) oder Bahn von Eberswalde (Bahnhof Chorin Kloster); von Eberswalde-Finow per Fahrrad (6 km).

Mit dem Auto:
B2 Eberswalde-Angermünde) erreichbar, an der „Märkischen Eiszeitstraße“ liegend.

 

Was ist zu sehen?

Der Bodenlehrpfad Chorin-Weinberg stellt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kloster Chorin Böden aus glazialen Ablagerungen der Weichselvereisung und deren jüngeren Umlagerungsprodukten vor. Der Bodenlehrpfad beinhaltet z.Z. neben 4 begehbaren Profilen Lehm- und Steinabbaugruben als Zeugnisse früherer Nutzung sowie Findlinge und Blockpackungen als besonders auffällige Relikte der Eiszeit. Der Lehrpfad ist in einen forstlichen Naturlehrpfad integriert. Anhand der gezeigten Böden in den Profilen sind die Spuren der Nutzungen durch die Mönche des Klosters nachzuvollziehen.

Kolluvial überlagerte Braunerde (bb1_1.jpg)

Kolluvial überlagerte Braunerde

Die Bodenprofile

1) kolluvial überlagerte Braunerde
(Foto)

Die kolluvial überlagerte Braunerde liegt auf einer Terrasse aus Schmelzwassersanden. Zunächst entwickelte sich eine Braunerde mit einem typischen braunen Verwitterungshorizont (Bv) unter einem Humushorizont (fAh). Durch Erosion erfolgte ein gering­mächtiger Auftrag von Material auf diesen Humushorizont (fAh).

Besonders auffällig im Profil ist eine in ca. 60 cm Tiefe befindliche und im Durchmesser etwa 60 cm große Humusanreicherung. Diese wird als ehemaliger Pflanztopf gedeutet und ist Zeugnis des Weinanbaus der Mönche, die die Pflanzgruben der Weinstöcke zur Bodenverbesserung mit Humus angereichert hatten.

2) Braunerde-Fahlerde

Die Braunerde-Fahlerde ist auf der Vorderseite der Endmoräne im Übergangsbereich zum Sander zu finden. Sie ist gekennzeichnet durch Mobilisierung und Verlagerung von Tonteilchen. Im Profil läßt sich ein fahler Tonverarmungshorizontes (Ael) über einem braunen Tonanreicherungshorizont (Bt) abgrenzen. Im oberen Profilteil ist eine beginnende Verbraunung infolge Eisenverwitterung zu erkennen. Im sandigen bis schwach lehmigen Untergrund befindet sich ein deutlich ausgebildetes Kalkband, Beleg für sickerwassergebundene Kalkumlagerung.

3) Erodierte Fahlerde und 4) Kolluvisol über Pseudogley-Parabraunerde
Das Ausgangsmaterial für die am Oberhang liegende erodierte Fahlerde ist Geschiebemergel. Infolge von Erosion wurden der humusreiche Pflug- (Ap) und der fahle Tonverarmungshorizont (Ael) abgetragen.

In dem verbleibenden braunen Tonanreicherungshorizont (Bt) erfolgt zuletzt das Pflügen (Ap). Der kalkhaltige Geschiebemergel mit hohem Steinbesatz steht hoch an, so dass der Erosionsverlust auf mindestens 50 cm geschätzt wird. Das am Unterhang aufgetragene Bodenmaterial (Kolluvium) ist ca. 75 cm mächtig. Der überdeckte alte Boden ist eine Pseudogley-Parabraunerde. Einem wasserdurchlässigen, tonverarmten Oberboden (Sw-Al) folgt in der Tiefe ein wasserundurchlässiger, tonangereicherter Staukörper (Sd-Bt). Nässe- und Trockenphasen, bedingt durch periodisch auftretendes Stauwasser haben zu Rost- und Bleichfleckigkeit geführt (Oxidation und Reduktion). Die Profile 3 und 4 liegen in der Endmoräne. Sie stehen in direktem Zusammenhang und stellen eine regelhafte Abfolge im Relief (Catena) dar. Ihre Entstehung ist vor allem Folge der ackerbaulichen Nutzung der abschüssigen Fläche..

Kontakt und weitere Infos:

Dr. W. Hierold
Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung (ZALF), AG Eberswalde
Tel.: 03334 – 585511,
E-Mail:
whierold@zalf.de

  Lageplan (bb1_2.jpg)

Lageplan

Zum Bodenlehrpfad Chorin-Weinberg ist eine Diplomarbeit inklusive Exkursionsführer in Vorbereitung (K. Böttcher, voraussichtlich 2001, Fachhochschule Eberswalde).
Eine Erweiterung und Entwicklung von Info-Tafeln und Faltblättern ist vorgesehen.

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Reiseführer - Zu den Böden Deutschlands Erstellt: 18.06.2001; Letzte Aktualisierung: 29.06.2001 © Umweltbundesamt, Berlin